Salzwedel l Es ist das Schreckensszenario vieler Menschen: ein Wohnungseinbruch. Und derzeit beschleicht viele Salzwedeler der Verdacht, dass die Kriminalität in der Hansestadt Salzwedel dahingehend zugenommen hat. Drei Raubüberfälle in diesem Jahr nähren dieses Gefühl weiter. Doch wie viele dieser Straftaten hat es 2020 überhaupt gegeben und wie können sich die Bürger vor Einbrüchen schützen?

80 Wohnungseinbrüche

„Im Altmarkkreis Salzwedel gab es auflaufend bis Ende September 80 Wohnungseinbruchdiebstähle“, listet Norman Wagner aus dem Salzwedeler Revier auf. Darin seien auch jene enthalten, die am Tage passierten. In 38 Fällen scheiterten die Einbruchsversuche.

Neben den Einbrüchen hat die Polizei bisher im Jahr 2020 19 Raubstraftaten im Altmarkkreis registriert. Acht davon entfallen allein auf Salzwedel. „Dazu zählen nicht zwingend Überfälle, sondern auch fünf räuberische Erpressungen“, erklärt Norman Wagner.

Drei Raubüberfälle stechen hervor

Den Beamten in der westlichen Altmark bleiben aber drei Straftaten besonders in Erinnerung, die die anderen noch überschatten – alle in Salzwedel. Dazu zählt der Überfall auf eine Bäckereifiliale am 18. August im Wohngebiet Arendseer Straße. Zwei Räuber bedrohten mit vorgehaltenem Messer eine Angestellte und erzwangen die Herausgabe von Bargeld. Die unter Schock stehende Mitarbeiterin musste zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus Salzwedel gebracht werden. Die Täter erbeuteten eine Summe im oberen zweistelligen Bereich und flüchteten anschließend mit einem silberfarbenen Auto, an dem sich keine Kennzeichen befanden.

Rund einen Monat später, am 21. September, haben zwei Männer den Supermarkt in der Uelzener Straße in Salzwedel überfallen. Dabei rissen sie die Kasse aus der Verankerung und erbeuteten wohl einen vierstelligen Betrag. Das Fluchtfahrzeug soll auf einem angrenzenden Parkplatz bereitgestanden haben.

Noch präsent bei vielen Salzwedelern dürfte der Raubüberfall am 14. Oktober auf einen Kiosk im Bahnhof der Hansestadt sein. Nach ersten Erkenntnissen haben dort fünf dunkel gekleidete Täter das Lotto-Geschäft überfallen. Dabei bedrohten die Unbekannten einen Mitarbeiter mit einer Waffe und forderten die Herausgabe von Bargeld. Beute: ein vierstelliger Betrag. Anschließend flohen die Täter. Nach Zeugenaussagen stiegen zwei in ein Fluchtfahrzeug und fuhren davon. Die drei anderen sollen zu Fuß in Richtung Stadtzentrum geflohen sein. Zu den drei Raubüberfällen in Salzwedel hieß es aus der Polizeiinspektion Stendal, „dass alle drei benannten Straftaten derzeitig in Bearbeitung sind und die Ermittlungen noch andauern.“

Ebenfalls beängstigend: Die Amokfahrt bei Gardelegen, als ein 43-Jähriger mehrere Autos rammte und mit einer Kette zuschlug.

Aufklärungsquote

Grundsätzlich seien bei den Raubstraftaten 70 Prozent der Fälle aufgeklärt worden, teilt indes Norman Wagner aus dem Salzwedeler Revier mit. Anders sieht es bei den Wohnungseinbruchdiebstählen aus. Deren Aufklärungsquote liege bei etwa 20 Prozent. 15 Prozent hingegen seien es bei den Tageseinbruchdiebstählen.

„Die Kriminalstatistik ist für das Jahr 2020 noch nicht abgeschlossen“, so Wagner. Daher sei eine Beurteilung, ob es zu einer Zu- oder Abnahme gekommen ist, spekulativ. Den Salzwedelern wird das wenig helfen, dass Gefühl der Unsicherheit verbreitet sich, wie Anrufe bei der Volksstimme zeigen. „Einbrüche sind immer für die Betroffenen ein schlimmes Ereignis“, weiß auch Norman Wagner. Gerade auch deshalb, weil die sicher geglaubte Privatsphäre verletzt werde.

Prävention

Um präventiv etwas zu tun, gibt die Polizei einige Tipps. Auch mit Blick auf den 25. Oktober, den Tag des Einbruchschutzes. „Damit ungebetene Gäste erst gar nicht hineinkommen, empfiehlt die Polizei neben einem sicherheitsbewussten Verhalten außerdem einen soliden Grundschutz von Fenstern und Türen“, heißt es dazu. Dieser stünde an erste Stelle und werde im Idealfall um Einbruchmeldetechnik ergänzt. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.k-einbruch.de

„Wer sein Eigenheim schützt, kann sich dies unter bestimmten Voraussetzungen auch vom Staat fördern lassen“, informiert die Polizei. Alle Infos dazu gibt es im Faltblatt „Einbruchschutz zahlt sich aus.“ Das Faltblatt ist bei jeder polizeilichen Beratungsstelle zu bekommen. Außerdem auf der genannten Internetseite.