Hilmsen l „Hier ist es wundervoll. Solch eine Reise ist für einen Künstler sehr inspirierend“, sagt Greg Reuter. Der aus Corpus Christi in Texas (USA) Stammende ist nach seinem Premierenbesuch im Vorjahr gern nach Hilmsen zurückgekehrt. Entstanden sind schon einige Hunde-Skulpturen, auch mit 3D-Technik. „Es gibt bei uns in den USA eine Tradition von keramischen Hunden“, erzählt er. Seine Mutter beispielsweise hatte Collies auf der Kommode stehen. Er selbst fröne dieser Kunstrichtung seit den 1960er Jahren.

Doch in Hilmsen kommt ihm noch eine weitere Idee: die Schwalben, die hier brüten, ein- und ausfliegen, ihre Spuren hinterlassen. Eine Skizze habe er schon angefertigt. „Sie werden sehr hoch fliegen in der Mönchskirche. Da wird das Wetter gut“, erzählt Greg Reuter augenzwinkernd. Die Idee sei da. Jetzt müsse sie sich weiter entwickeln, wie er die Schwalben darstellen wolle.

Und da ist noch der Gedanke von einem großen Bestimmungsbuch der Vögel. Eigentlich sollte es aus Stahl entstehen. „Holz ist vielleicht besser“, denkt der Künstler laut nach.

Unglaubliches Gefühl für Formen

Sein Ausstellungspartner wird Danville Chadbourne aus San Antonio in Texas (USA) sein. Seine Leidenschaft sind keramische Skulpturen. „Er braucht keine Vorlagen, er fertigt das alles mit seinen Händen an, hat ein unglaubliches Gefühl für Formen“, sagt der Künstler Hans Molzberger, der seine Kollegen im Atelierhaus Hilmsen beherbergt.

Und Danville Chadbourne braucht seine Muse, wie er lächelnd einwirft. Dann nimmt er seine Frau Diana Roberts, eine Kunsthistorikerin, liebevoll in den Arm.

Altes mit Neuem verbunden

Auf hiesigen Flohmärkten sei er fündig geworden, um neue Kunstwerke entstehen zu lassen. „Ich verbinde gern Altes mit Neuem“, schildert er.

Der erste Aufenthalt in Hilmsen sei für ihn sehr wohltuend. Seine Frau ergänzt: „Es ist sehr schön hier. Die Landschaft, die Luft, die Architektur, es ist sehr ruhig.“ Zuvor sei das Paar in Berlin gewesen. Da sei es auch wunderbar gewesen. Aber die Besuche der Museen hätten doch angestrengt. „Hier in Hilmsen zu sein, das ist ein schöner Kontrast“, sagt sie.

Danville Chadbourne hat sich mittlerweile die Mönchskirche angeschaut, in der seine Arbeiten im nächsten Jahr mit zu sehen sein werden. Jetzt weiß er, dass auch hängende Objekte möglich sind. „Ich hatte zwar Bilder hingeschickt. Aber den Ausstellungsraum real zu sehen, das ist etwas anderes“, weiß Hans Molzberger aus Erfahrung.

Fotos zum Leben erwecken

Auch der Maler Gerald Lopez genießt die Ruhe in der Altmark für seine Arbeiten. Er hat schon einige Eindrücke künstlerisch umgesetzt. Denn der Künstler aus Corpus Christi mag alte Fotos, die keiner mehr haben möchte. Diese stammen oft vom Ende des 19. Jahrhundert und vom Anfang des 20. Jahrhunderts. „Ich möchte diese alten Bilder wieder zum Leben erwecken, das Moderne mit dem alten Verblassten zusammenbringen“, beschreibt Gerald Lopez. Da sei die Landschaft in Hilmsen eine willkommene Ergänzung fürs Museale.

Er setze sich mit der Geschichte der Landschaft in der Altmark auseinander. So habe er Häuser, Kirchen, Scheunen, die er hier entdeckt habe, mit den alten Fotos „verschmolzen“. „Im Fernsehen habe ich einiges über die Region gesehen. Hier ist es schöner als gedacht“, erzählt der Maler. Das filigrane und detailgetreue Zeichnen der Umgebung sei ein guter Kontrast zur amerikanisch-mexikanischen Kultur, mit der er sich zu Hause beschäftige. Denn dort malt er große Bilder von den Superhelden in Mexiko, die im freien Kämpfen miteinander ringen.

„Es wäre schön, wenn wir die Arbeiten von Gerald Lopez auch in Salzwedel zeigen können“, blickt Hans Molzberger voraus.