Salzwedel l „Fashion-Day: Auflage 2020 noch offen“, titelte die Volksstimme am 21. März dieses Jahres. Nun ist daraus traurige Gewissheit geworden. Offen ist zwar weiterhin, ob die Veranstaltung 2020 stattfindet – fest steht nun aber: nicht mehr im Salzwedeler Kulturhaus.

Bereits seit zehn Jahren richten die Salzwedeler Stadtgeister, ein loser Zusammenschluss aus regionalen Händlern, um Dirk Apel den Fashion-Day in Salzwedel aus. Anfangs noch in einem großen Festzelt auf dem Platz vor dem Bürgercenter, später im Salzwedeler Kulturhaus. „Das waren Quantensprünge“, erinnert sich Dirk Apel. Nun würde der nächste anstehen. Denn wie Apel verrät, sei man derzeit auf der Suche nach einem neuen Standort. Ob im Inneren, Open Air oder kombiniert, vieles sei vorstellbar.

Miete von 2500 auf 6500 Euro gestiegen

Was hingegen nicht mehr vorstellbar ist, ist eine weitere Auflage im Kulturhaus. „Im Jahr 2017 haben wir 2500 Euro Miete gezahlt, 2018 3500 Euro“, rechnet Dirk Apel vor. Im kommenden Jahr würden sage und schreibe 6500 Euro fällig. Für die Stadtgeister nicht mehr zu stemmen. „Uns springen die Händler ab“, klagt Apel. Schon bei der Veranstaltung 2019 seien mehrere aufgrund der gestiegenen Preise der Veranstaltung fern geblieben.

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Es habe diesbezüglich auch ein Gespräch mit Bürgermeisterin Sabine Blümel gegeben. Sie habe Vorschläge gemacht, wie die teure Miete zu umgehen wäre. Beispielsweise dadurch, so Apel, dass die Veranstaltung an die Werbegemeinschaft geklammert werde. Dann könne der Mietpreis um 50 Prozent gesenkt werden. „Bis auf einer meinten alle, das Kulti als Standort sterben zu lassen“, sagt Dirk Apel.

Die Bürgermeisterin habe angeboten einen „extra Haushaltsposten“ dafür zu schaffen. „Wir haben abgelehnt.“ Selbst wenn die Preise gleich blieben, würden weitere Händler abspringen, vermutet Dirk Apel.

Entscheidung nicht nachvollziehbar

„Man möge sich vorstellen, man betriebe ein Hotel, welches Pleite zu gehen drohe. Würden Sie dann die Zimmer-Preise verdoppeln?“, fragt er. Für ihn sind einige Entscheidungen nicht nachvollziehbar. Vielmehr vermisst Dirk Apel „ein wirtschaftliches Denken bei den Verantwortlichen.“

Der Organisator vom Fashion-Day wünscht sich, dass die Stadt ihre Einwohner auch als Kunden betrachten und dementsprechend handeln würde. „Ohne Kunden wird sich alles rückwärts entwickeln!“

Neuer Standort gesucht

Wer nun aber fürchtet, der Fashion-Day könnte aus dem Salzwedeler Veranstaltungskalnder dauerhaft gestrichen werden, der irrt. Denn wenn es nach dem Willen Apels geht, wird der Modetag auch 2020 einer stattfinden. Noch ist aber kein Ort gefunden. Gespräche würden aber im Hintergrund geführt. „Wer Ideen hat, kann sich gern bei mir melden“, so Apel. Selbst wenn es bis 2020 keine Lösung gibt: „Spätestens 2021 wird es wieder einen Fashion-Day in Salzwedel geben“, verspricht der Organisator.