Salzwedel l Der Erfolg von Ausstellungen zeigt sich nicht nur an deren Qualität, sondern eben auch am Interesse der Besucher. Und wenn beide Faktoren stimmen, dann überlegen sich Organisatoren, die Werkschau über einen längeren als den geplanten Zeitraum zu zeigen. So ist es auch im Kunsthaus Salzwedel. Denn die aktuelle Sonderausstellung „Liebe Irma! Lebenszeichen aus dem Schützengraben“ mit Feldpostkarten von Otto Schubert wird nicht nur bis 31. Oktober, sondern bis 7. Januar 2018 zu sehen sein.

„Die Ausstellung hat bisher viel Zuspruch von regionalen und überregionalen Besuchern erhalten“, berichtet Anne Schliephake vom Kunsthaus. Besonders die Salzwedeler Schulen zeigten Interesse an einer Besichtigung mit ihren Schülern, weil hier verschiedene Fachbereiche wie Kunst, Geschichte und Deutsch einmal auf andere Weise angesprochen werden. Die Bilder des Dresdner Künstlers Otto Schubert bieten einen ganz eigenen Zugang zur Thematik des Ersten Weltkrieges. „Sie öffnen Fenster und legen den Blick auf das individuelle Erleben eines Frontsoldaten frei“, sagt Schliephake.

Kürzlich nutzte beispielsweise das Salzwedeler Jahngymnasium die Zeit der Projekttage, um die Ausstellung mit den Schülern der 11. Klassen anzusehen. Nach einer Führung haben sich die Jugendlichen durch verschiedene Fragestellungen intensiv mit den Postkarten auseinandergesetzt und schließlich im Postamt der Ausstellung selbst Postkarten gestaltet und beschrieben. Über den eigens in der Ausstellung eingerichteten Briefkasten verschickt das Team des Kunsthauses die Postkarten an die Adressaten. Ein Service übrigens, den alle Ausstellungsbesucher nutzen können.

Auch Schüler der Lessingschule besuchten bereits die Ausstellung und weitere Schulen haben Interesse gezeigt. Die Verlängerung der Schau bietet dem Kunsthaus-Team die Möglichkeit, die Vermittlung in Zusammenarbeit mit den Lehrern weiter zu entwickeln.

Die Sonderausstellung zeigt 75 Feldpostkarten des Dresdner Künstlers Otto Schubert (1892-1970) – kleinformatige Skizzen und Aquarelle, die der Künstler im Ersten Weltkrieg geschaffen hat, um sie seiner Verlobten in die Heimat zu schicken. Otto Schubert war als Soldat direkt vom Kriegsgeschehen betroffen. Dieses Schicksal teilt er mit vielen Künstlern, die in der Dauerausstellung „Broken Brushes“ zu sehen sind.

Otto Schubert war ein Zeitgenosse und kannte einige von ihnen persönlich, wie beispielsweise Otto Dix und Conrad Felixmüller. Um den sehr individuellen Blick Otto Schuberts anzureichern und den Ersten Weltkrieg aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, werden ergänzend Werke aus der Dauerausstellung „Broken Brushes“ gezeigt.