Salzwedel l Es waren die kleinen Begebenheiten, solche, denen man zunächst weniger Beachtung schenkt, die das Gespräch von Volksstimme-Redakteur Arno Zähringer mit Schriftsteller Uwe Friesel so interessant machten. Diese Erlebnisse wären für manch einen wohl die größten Momente im Leben. Wenn Uwe Friesel sie erzählt, dann erscheinen sie eher als kurze Randnotiz in einer spannenden Lebensgeschichte.

Der 1939 in Braunschweig geborene Autor berichtete unter anderem von seinen schriftstellerischen Anfängen. Ein Stipendium führte ihn bereits im Alter von 16 Jahren nach San Francisco (USA) – „ein Sehnsuchtsort“, betonte Friesel. Dort schrieb er ein Gedicht, das erstmals sein Talent erkennen ließ und einen ersten Preis einbrachte.

Um nach Abbruch seines Studiums eine Anstellung im Lektorat der NDR-Hörspielabteilung in Hamburg zu bekommen, übernahm Friesel eine besondere Aufgabe: „Ich habe ein Stück von Heinrich Böll verrissen“, erzählte der Autor. „Na, den kennt ja keiner“, merkte Moderator Arno Zähringer ironisch an. Das Publikum war amüsiert.

Mit den Beatles gespielt

Während seiner Hamburger Zeit spielte der junge Schriftsteller auch in einer Band – den „City Preachers“. Irgendwann Anfang der 1960er-Jahre stand er dann mit einer Gruppe junger Leute an einer Bühne – „die waren ziemlich abgerissen“, merkte Friesel an. Erst viele Jahre später war ihm klar: Das waren die Beatles. Noch so eine Anekdote, die der Autor eher beiläufig erwähnte, die beim Publikum aber Staunen hervorrief.

Nach der Wende 1989 wurde Friesel erster gesamtdeutscher Vorsitzender des Schriftstellerverbandes. „Die Autoren der beiden Länder hatten unterschiedliche Sprachen entwickelt“, beschrieb Friesel die schwierige Situation, die Autoren auf einen gemeinsamen Weg zu führen. „Aber ich bereue diese Aufgabe auf keinen Fall“, merkte er an und betonte auch später, dass es nichts in seinem Leben gebe, das er im Rückblick gerne ändern würde.

Und die Lebensstationen des 80-Jährigen boten noch weit mehr Gesprächsstoff. Dazu gehörten Erinnerungen an seine mehrjährigen Aufenthalte in Rom und Stockholm sowie die Übersetzungsarbeit mit Vladimir Nabokov („Lolita“). Viele dieser Begebenheiten finden sich auch im neuesten Werk des Autors „Irgendwie ging alles sehr schnell“. Daraus las Uwe Friesel zum Abschluss einige kurze Kapitel.