Salzwedel l Achim Dehne, Vorstandsmitglied, Dietrich von Gruben, Vorstandsvorsitzender der Kunststiftung, und ihr Team scheinen auf dem richtigen Weg zu sein, die richtige Balance im Kunsthaus-Angebot gefunden zu haben. Denn nicht nur die Zahl der Gäste ist gegenüber 2017 gestiegen, sondern auch der Anteil der auswärtigen Besucher.

„Im Bereich der Musik liegt der Anteil bei etwa 30 Prozent, bei der Kunst sogar bei 40 Prozent“, sagt Achim Dehne im Gespräch mit der Volksstimme. Etwa 5000 Interessenten kamen zu den Ausstellungen, Lesungen oder Theaterauf- führungen, die gleiche Zahl noch einmal zu den verschiedenen Konzerten. Und das ist deutlich mehr als im vergangenen Jahr.

Stammpublikum erarbeitet

Das für 2018 selbst gesteckte Ziel, Ereignisse wie Lesungen oder Theater auszubauen, ist gelungen. „Zwei bis drei Veranstaltungen im Monat haben wir geschafft“, erzählt Dehne. Sehr gut etabliert hat sich auch die Reihe „Musik im Dia- log“, die von Elisaveta Ilina moderiert wird. Dehne kann auf ein Stammpublikum verweisen. Durchschnittlich 55 Besucher kommen in die Aula des ehemaligen Pionierhauses, um klassische Musik zu genießen. Trotzdem: 80 Gäste sollten es auf Dauer schon sein. Denn schließlich geht es auch darum, die Kosten decken zu können. „Die momentane Situation ist für uns okay. Wir haben einen langen Atem, um die klassische Musik noch stärker platzieren zu können“, macht Dehne deutlich. Beibehalten werden soll auf jeden Fall die bunte Mischung im Bereich Klassik. Nicht nur das Klavier, sondern eben auch Flöte oder Akkordeon sind im Kunsthaus willkommen.

In diesem Zusammenhang legen von Gruben und Dehne auch künftig großen Wert auf Künstler, die beispielsweise aus dem Altmarkkreis oder dem näheren Umfeld stammen. „Diese regionalen Leuchttürme haben wir besonders gern in unseren Räumen, weil wir zeigen wollen, dass es auch auf dem Land Begabungen und Begeisterungswertes gibt“, ergänzt der Vorstandsvorsitzende.

Des großen Erfolges wegen sollen 2019 die sogenannten Wohnzimmerkonzerte weiter ausgebaut werden. Die bisherigen Erfahrungen seien nur positiv gewesen. Dehne erinnert in diesem Zusammenhang beispielsweise an das ausverkaufte Konzert mit Claudia Lahmann. Der besondere Reiz dieses Angebots liegt darin begründet, dass die Zuschauer ganz nah am Künstler sind. Die spezielle Beleuchtung und Bestuhlung tragen das Ihre zur „Wohnzimmeratmosphäre“ im Kunsthaus bei. Des Weiteren spielen die Künstler unplugged und ohne Verstärker.

Erstmals Open-Air-Konzert

2019 wird es im Kunsthaus eine Premiere. Erstmals soll ein Open-Air-Konzert im Garten unter einem Sonnensegel veranstaltet werden. „Das Segel ist bereits gekauft und wird am 15. Juni beim Konzert mit Claudia Lahmann zum Einsatz kommen“, freut sich Achim Dehne. Auf ihrer Tour durch die großen Konzertsäle der Welt – von der Hamburger Elbphilharmonie, über Tokio, Köln und Berlin – legt die Pianistin Anna Vinnitskaya einen Halt im Kunsthaus Salzwedel ein. Sie spielt am 12. Januar im Rahmen des Neujahrskonzerts auf dem Steinway-Flügel.

Auch wenn die baulichen Maßnahmen größtenteils abgeschlossen sind, so können und wollen die Verantwortlichen ihre Hände nicht in den Schoß legen. Aus der LEADER-Förderung hat das Kunsthaus 2018 insgesamt einen Zuschuss von 93 000 Eu- ro für anstehende Investitionen und Projekte erhalten. Damit sollen unter anderem die Außenbeschriftung des Gebäudes verwirklicht und vor dem Kunsthaus zwei Litfaßsäulen aufgestellt werden.

Deutlich verbessern möchten die Verantwortlichen das Hausleitsystem, um Besuchern die Orientierung im Gebäude zu erleichtern. Und schließlich ist geplant, die großen Fenster in der Aula mit einer professionellen Beschattungsanlage auszustatten. „Dann können wir die Aula noch besser an Dritte vermieten“, freut sich Dehne über die damit verbundenen Möglichkeiten.