Winterfeld l 70 landwirtschaftliche Unternehmen sind im Kreis-Bauernverband organisiert, sie bewirtschaften eine Fläche von rund 50.000 Hektar. Während die Anzahl der Mitgliedsbetriebe mit Ein- und Austritten stabil geblieben ist, hat die Zahl der Landwirte, die Milchviehwirtschaft betreiben, erneut abgenommen. „Ein ungutes Signal für unsere Grünlandregion“, schätzte der Vorsitzende Raimund Punke am Mittwochvormittag beim Kreis-Bauerntag in Winterfeld in seinem Bericht ein. Die Menge der gehaltenen Schweine und Rinder hat sich ebenfalls verringert.

Die Förderstrategie des Landes habe dazu beigetragen, dass mehr Landwirte auf den Ökolandbau setzen. Er sehe neben den Unterschieden auch Gemeinsamkeiten zur konventionellen Landwirtschaft, betonte Punke, und nannte unter anderem die Abhängigkeit vom Wetter, Kontrollen, Agrarförderung, die Arbeit mit lebenden Organismen oder auch die Pachtpreise. „Wir sollten uns als Berufsstand an dieser Stelle nicht trennen lassen“, sagte der Vorsitzende.

Ein Problem mit dem alle Betriebe zu kämpfen hätten, seien die zu geringen Erlöse für Feldfrüchte und tierische Produkte. Sie begrenzten eine gute wirtschaftliche Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Unternehmen im Kreis. Neben dem Markt und der Preisentwicklung habe die Bauern im vergangenen Jahr vor allem die neue Düngeverordnung bewegt. Die Gesetzesänderung bedeute, sich mit der im jeweiligen Betrieb praktizierten Ausbringung von Dünger sowie der geforderten umfangreichen Bedarfs- und Bilanzierungsdokumentation sowie den Lagerkapazitäten auseinanderzusetzen. Das sei keine leichte Aufgabe und es gebe viele Fragen. „Wir stellen uns der Herausforderung“, sagte Punke. Das Thema war auch Gegenstand eines Tagesordnungspunktes. Heike Fleischer, zuständige Mitarbeiterin beim Altmarkkreis, stellte die wichtigsten Änderung vor und informierte über die Kontrollen, die die Landwirte erwarten.

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Spagat geschafft

Trotz aller Widrigkeiten sei es den Mitgliedsbetrieben im Berichtsjahr gelungen die Grundlage für hochwertige und erschwingliche Nahrungsmittel zu legen und für Einkommen im ländlichen Raum zu sorgen, schätzte Punke ein und ergänzte: „Wir haben den Spagat zwischen den kritischen Wünschen der Gesellschaft und den Mechanismen des Marktes gemeistert.“

Da das Lehrstellen-Angebot in der Altmark enorm gewachsen sei, müssten die Landwirte mehr tun, um den Nachwuchs für die Branche zu sichern. Die Präsentation im Internet und auf der Ausbildungsmesse sei dabei nur ein Baustein. Deshalb soll das Projekt Bauernhof als Klassenzimmer fortgeführt werden. Für dieses Jahr haben sich bereits 63 Schulklassen angemeldet, die sich mit landwirtschaftlichen Themen befassen wollen. Fahrten nach Iden in das Zentrum für Tierhaltung, die Gestaltung von Unterrichtsstunden, Gesprächsrunden und Betriebsbesichtigungen stehen für die Jungen und Mädchen auf dem Programm. Im vergangenen Jahr hatten sich 47 Klassen aus 20 Schulen mit insgesamt 900 Schülern daran beteiligt. Dies alles sei nur mit Unterstützung der Fachleute in den Praxisbetrieben möglich.

Neuer Vorstand

An dem Vormittag ist ein neuer Vorstand gewählt worden. An der Spitze des Kreisverbandes steht weiterhin Raimund Punke. Sein Stellvertreter bleibt Christian Schmidt. Weiterhin gehören Lars Blaschke, Philipp Fölsch, Friedrich Giggel, Silke Johansen-Rötz, Harald Könnig, Christian Mahlow, Carsten Niemann und Margret Pieper dem Vorstand an.