Hohengrieben l Ob und wie Projekte ab 2021 mit europäischen Geldern finanziert werden, steht noch nicht fest. Die Diskussion der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union laufe noch, informierte Leader-Manager Wolfgang Bock die Mitglieder der LAG Mittlere Altmark. Das habe auch mit der gerade erst erfolgten Wahl des Europaparlaments zu tun, das sich nun konstituieren müsse.

Um so wichtiger sei es, die laufende Förderperiode weiter zu nutzen, um etwas für die Region zu erreichen, ergänzte die LAG-Vorsitzende Verena Schlüsselburg. „Es stehen etwa 1,5 Millionen Euro als Fördermittel zur Verfügung, die noch ausgeschöpft werden können. Dazu loben wir wieder einen Wettbewerb um die besten Projektvorschläge aus“, sagte sie. Dafür können sich Interessenten aus dem gesamten LAG-Gebiet, das von Arneburg im Osten bis zur Landesgrenze zu Niedersachsen im Westen, von Arendsee im Norden bis Gardelegen im Süden reicht, bewerben. Die Anträge müssen bis 15. September eingereicht werden. Die Unterlagen sind im Netz unter www.mittlere-altmark.de zu finden. Anfang November wird sich die Mitgliederversammlung mit den Ideen beschäftigen und eine Rangfolge festlegen.

Erfolgreiche Projekte

Wolfgang Bock verwies auf eine erfolgreiche Arbeit in der zu Ende gehenden Förderperiode, die zwar 2014 begonnen, aber so richtig erst ab 2016 gegriffen habe. Denn dann seien die ersten Gelder bewilligt worden. „Im Jahr 2016 sind von 32 eingereichten Projekten 31 gefördert worden. Im Jahr darauf waren es 19 Bewilligungen bei 23 Anträgen. 2018 wurden 19 der eingereichten 25 Vorhaben bewilligt. Und per 1. März waren 22 Projekte abgegeben, aber nur eine Bewilligung erfolgt“, zählte der Leader-Manager auf und erklärte, dass in allen Ideen sehr viel Herzblut stecke, auch wenn einige abgelehnt worden seien.

Die Schulscheune Hohengrieben sei eines der über Leader geförderten Vorhaben, sagte Wolfgang Bock. Damit die Mitglieder der LAG sehen, wozu das Geld verwendet wurde, sei die Zusammenkunft in diesem neuen Haus anberaumt worden. Aber auch das Sozialgebäude im Erlebnisbad Diesdorf und das Ärztehaus in Winterfeld seien über dieses Programm gefördert worden.

Natur im Garten

Übergreifend sei das Kooperationsprojekt Natur im Garten zu nennen, an dem fünf Lokale Aktionsgruppen mitarbeiten, schilderte der Manager. „Bald sind wir bei 400 zertifizierten Gärten“, berichtete Christa Ringkamp. Die Abschlussveranstaltung werde am 15. Oktober in Hundisburg stattfinden.

Leader-Managerin Heike Winkelmann informierte, dass nach und nach Bewilligungen eintreffen würden. So soll im Freilichtmuseum Diesdorf ein Schaugarten entstehen, für den jetzt die Förderung fließe. Für eine Personalstelle in der Langobardenwerkstatt Zethlingen habe es ebenfalls grünes Licht gegeben. Auch die Bewilligung für das Bauvorhaben in der Kirche Orpensdorf, das im Vorjahr beantragt worden sei, liege jetzt vor.

Derzeit gelten fünf Richtlinien

Wolfgang Bock verwies darauf, dass es im Land 23 LAG gibt, bei denen von 2016 bis 2019 insgesamt 816 Projekte bewilligt worden seien. „Da haben wir für die ,Mittlere Altmark‘ einiges erreichen können“, fügte er hinzu. Der Leader-Manager machte auch auf ein Problem aufmerksam: „Derzeit gibt es drei Bewilligungsbehörden im Land und fünf Richtlinien, nach denen gearbeitet werden muss. Das bewährt sich nicht und hemmt die Dynamik der Leaderprojekte.“ Optimaler wären eine Bewilligungsbehörde und eine Richtlinie. Dafür mache sich das Leader-Netzwerk stark, betonte er. Darauf sei auch bei Gesprächen mit Vertretern der Landesregierung hingewiesen worden.