Salzwedel l „Es geht vordergründig darum, die Bedingungen an den Schulen zu verbessern“, erklärte Norbert Hundt, Schulleiter der Comeniusschule. Aus seinem Kollegium waren am Mittwoch fünf Lehrer beim Streik in Magdeburg, der von den Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft (GEW) und ver.di ausgerufen wurde.

Das Ziel der GEW sind unter anderem sechs Prozent mehr Lohn, doch sei das für viele Lehrkräfte nicht der Hauptgrund auf die Straßen zu gehen. Von der Comeniusschule sind einige Lehrer nicht nach Magdeburg gefahren, „weil sie sich nicht von den Gewerkschaften nur für mehr Lohn missbrauchen lassen wollen“, erklärt der Schulleiter. Mehr verfügbare Stunden neben dem Unterricht und Erleichterungen in der Bürokratie seien viel wichtiger.

„Die Reaktionen sind nicht im Unverständnis gelandet“, beschreibt Hundt das Verhalten der Eltern auf den ungewöhnlichen Schultag. Schließlich blieb die Betreuung der Kinder für den Streiktag trotzdem abgesichert.

Kinder konnten auch zuhause bleiben

„Alle angestellten Lehrer sind heute streiken“, sagt Heike Herrmann. Der Schulleiterin der Lessingganztagsschule fehlten somit zwölf von insgesamt 30 Kollegen. Die restlichen, meist verbeamteten Lehrkräfte haben die Betreuung abgesichert. Den Eltern wurde dies während der zahlreichen Nachfragen mitgeteilt. Ihnen stand es auch frei, ihre Kinder zuhause zu lassen.

Drei Schüler fanden gestern ihren Weg in die Ganztagsschule. Das war jedoch kein Grund für Herrmann und ihre Kollegen auf der faulen Haut zu liegen. „Wir haben die Zeit genutzt um über Raumkonzepte und Stundentaktung zu reden“, erklärte sie. Pausen dürfen trotzdem sein und so haben die Lehrer die Chance ergriffen den Tischkicker zu nutzen, der sonst nur Schülern vorbehalten sei.

Auch die Grundschulen der Region mussten gestern mit weniger Personal den Unterricht oder die Aufsicht absichern. So waren von der Perver-Grundschule zwei angestellte Lehrer dem Streikaufruf gefolgt. Auch dort konnte Schulleiterin Angela Ritter-Hundt berichten, dass es den Streikenden an erster Stelle um mehr Gehalt gehe. „Vielmehr wünschen wir uns mehr Stunden, also mehr Kollegen“, gab Ritter-Hundt weiter, wie im Kollegium über den Streik und die Forderungen gesprochen wurde.

Eltern frühzeitig informiert

„Eine Aufsicht wird natürlich gewährleistet“, berichtete gestern Morgen auch Ralf Hoppstock, Schulleiter am Salzwedeler Jahngymnasium. Neun von insgesamt 54 Lehrern der Bildungseinrichtung hatten sich dazu entschieden, dem Streikaufruf zu Folgen und an der Kundgebung der Gewerkschaften in Magdeburg teilzunehmen.

Frühzeitig hatte die Schule die Eltern informiert, dass dennoch Schulpflicht bestehe. Er dankte aber auch den streikenden Kollegen, die die Schulleitung frühzeitig über ihr Fernbleiben informiert hätten. „Es wird ja auch für alle gestreikt“, merkte Hoppstock im Gespräch mit der Volksstimme an, dass das übrige Lehrerkollegium den Streik mittrage.