Salzwedel l Der Salzwedeler Ausbildungsmarkt präsentiert sich im Jahr 2017 stabil. Im Vergleich zu 2016 wurden bislang genauso viele Lehrverträge abgeschlossen. „Grundsätzlich ist die Azubi-Situation konstant in Salzwedel. Zum 30. Juni des 2016 wurden insgesamt 17 Lehrverträge im Handwerk geschlossen. Das deckt sich mit diesem Jahr“, sagt Rita Speer von der Handwerkskammer Magdeburg. Ein belastbares Fazit könne man aber erst am Ende des Jahres ziehen, weist Rita Speer daraufhin, dass einerseits Verträge noch aufgelöst werden können, andererseits noch Einstellungen möglich sind.

Bewerberzahl hält sich in Grenzen

Zu den Betrieben, die in der Hansestadt ausbilden, gehört die Firma „Seacon“. Seit dem 1. August lernt hier ein Jugendlicher den Beruf des Metallbauers mit Fachrichtung Konstruktionstechnik. Dass das Unternehmen einen Azubi gefunden hat, ist dabei keineswegs selbstverständlich. Die Bewerberzahl hielt sich in Grenzen. Sechs Anwärter stellten sich bei „Seacon“ vor, einige sprangen rasch wieder ab. Ein Hinweis, dass die Branche nicht unbedingt zu den beliebtesten gehört. „Im Bereich Metallbau haben die Firmen Probleme, Interessenten zu finden“, sagt Stefanie Klimmt, Bildungsreferentin der Industrie-und Handelskammer Magdeburg.

Logistik und Gastronomie sind nicht gefragt

Bei Schulabgängern ebenfalls nicht hoch im Kurs stehen die Berufe in der Logistik und in der Gastronomie. Auch die Lebensmittelbranche gilt als wenig attraktiv. Die Fleischerei Kuhlmann mit ihrem Sitz in Diesdorf und ihrer Filiale in Salzwedel wird beispielsweise im zweiten Jahr hintereinander keinen Auszubildenden einstellen. Vor allem Arbeitszeit und schlechte Bezahlung schrecke potenzielle Bewerber ab, nennt Stefanie Klemmt Gründe, dass um diese Berufe ein Bogen gemacht wird.

Auswahl der Bewerber durchwachsen

Auf einen anderen Aspekt weisen die Erfahrungen des Bäderherstellers „Deba“ hin. Die Firma hatte eine Stelle für die Ausbildung zum Industriekaufmann ausgeschrieben. Die Auswahl der Bewerber sei dabei aber allenfalls durchwachsen gewesen, gibt Jana Schalau, im Unternehmen zuständig fürs Personalwesen, Auskunft. „Von zirka 15 Bewerbern gab es letztendlich drei ernsthafte Kandidaten“, sagt die Deba-Mitarbeiterin.

Die Erfahrung der „Deba“ rückt in den Fokus, dass die Konkurrenz der Firmen um geeignete Azubis in den kommenden Jahren noch größer werden wird. Oder um es mit den Worten von Stefanie Klimmt zu formulieren: „Der Kampf um den Azubi ist entfacht.“

Eine Möglichkeit, nicht ins Hintertreffen zu geraten, sei, die Arbeitsplätze so attraktiv wie möglich zu gestalten. Beispielsweise flexiblere Arbeitszeitmodelle anzubieten. „Frühzeitige Kooperation mit Schulen sind auch ein gutes Instrument, um Schüler schon frühzeitig an ein Unternehmen zu binden, sagt Stefanie Klimmt.