Lange Zeit habt ihr die Musikszene in Salzwedel geprägt. Eure Fangemeinde ist riesig. Nun kommt ihr am 10. November wieder auf eine Bühne in die Hansestadt. Seid ihr eigentlich noch aufgeregt?

Sascha Madsen: Ja, sind wir. Es ist egal, ob wir in einem Club vor 50 Leuten spielen oder in einem Wohnzimmer oder auf einem Festival vor 50 000 Leuten. Wenn wir nicht aufgeregt sind, dann kommt da so eine Routine rein. Die ist tödlich für die Musik. Wir bereiten uns auf jedes Konzert wirklich unfassbar vor und proben intensiv. Das haben wir nicht nur früher gemacht, sondern machen wir auch heute noch so – auch vor dem Konzert am 10. November.

Wann habt ihr euer Publikum zuletzt erfreut?

Wir hatten noch ein Konzert Anfang September. Jetzt machen wir eine kleine Pause. Aber bevor das los geht, schließen wir uns ein und proben. Und zwar so, als würden wir das alles zum ersten Mal spielen. Bis alles wirklich 100 Prozent sitzt. Und dann gehen wir auf die Bühne. Wenn man da nicht aufgeregt ist, dass was schief gehen könnte, dass man Aussetzer haben könnte. Eine gesunde Aufregung gehört einfach dazu. Auch ein bisschen Schiss vor der Reaktion der Leute. Uns gibt es jetzt erst 14 Jahre, was musik-historisch ein Fliegenschiss ist. Wir können nicht davon ausgehen, dass alle das immer gut finden – auch nicht in unserer musikalischen Heimat. Wir setzen uns hier nicht ins gemachte Nest. Schließlich waren wir ein paar Jahre nicht da. Über so etwas macht man sich natürlich auch Gedanken. Deshalb wollen wir auch stets so gut wie möglich vorbereitet auf die Bühne gehen.

Alles klar. Bitte beende doch mal folgende Sätze. Salzwedel, mit der Stadt verbinden wir...

... unsere musikalische Kinderstube. Seien es die ersten Konzerte, auf die wir selbst ins Kulturhaus gegangen sind, wie „H-Blockx“ oder Heather Nova im Park. Das sind die ersten wirklich großen, musikalischen Erinnerungen. Mit der Stadt verbinden wir aber auch unsere ersten großen Schritte selbst auf einer Bühne, sei es im Hanseat, im Park oder auch im Kulturhaus. Das war schon echt immer richtig fett und etwas richtig Besonderes. Außerdem gehen wir bis heute nach Salzwedel ins Kino. Noch immer werden wir hier mit Handschlag vom Besitzer begrüßt. Das war übrigens schon so, bevor wir Musik gemacht haben. Wir sind sehr oft ins Kino gegangen. Es ist immer schön, hierher zurückzukehren.

Local Heroes bedeutet uns...

Local Heroes ist unfassbar wichtig – auch nach so vielen Jahren noch. Zum einen für uns, zum anderen aber auch für jede andere junge Band, die die Möglichkeit hat, da mitzumachen. Und das hat ja eigentlich jede Band in Deutschland. Es ist eine wichtige Möglichkeit auf den Bühnen dieser Welt Fuß zu fassen.

Die Gäste dürfen sich auf das Bundesfinale freuen, da …

... wir Bock haben, mal wieder in unserer alten Heimat zu spielen. Und weil wir Bock auf die ganzen jungen Bands haben. Ich glaube, dass das für alle ein großer Spaß wird.

Was wollt ihr den Lesern der Volksstimme unbedingt noch sagen?

Ich möchte Neil Young zitieren an dieser Stelle und sage, „keep on rockin‘ in a free world“ (auf Deutsch: „Rocken in einer freien Welt“).