Neulingen / Altmark l Eine Familie sucht für Verwandte, die außerhalb der Altmark wohnen, ein Geschenk. Ihre Entscheidung fällt auf eine Kiste mit Lebensmittel-Produkten aus der Region. Die Beschenkten freuen sich sehr darüber, besuchen daraufhin die Altmark und nutzen die kulinarischen Höhepunkte weiter. Dieses Beispiel könnte sich mit einer neuen Marketing-Idee in die Tat umsetzen lassen.

Das Konzept der Altmark-Kiste wurde am Montag (26. Oktober) im kleinen Dorf Neulingen vorgestellt. Dass sich Vertreter aus Politik und von Unternehmen in dem Ortsteil von Arendsee trafen, das war kein Zufall. Denn dort sollen die prall gefüllten Altmark-Werbeträger künftig gepackt werden. Auf dem Landhof Neulingen gibt es nämlich die nötigen Voraussetzungen wie Lagermöglickeiten.

Was soll in die Kiste?

Was genau in die Pappkartons kommt, das wurde nach der offiziellen Projekt-Vorstellung besprochen. Die Entscheidung fällt in den nächsten Tagen und Wochen, etwa ab Mitte November soll die Kiste verfügbar sein. Bestellungen erfolgen dann online. Wenn diese eingehen, gilt es, die Kartons zu packen.

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Die Produktpalette soll breit gefächert sein. Regionale Lebensmittel stehen natürlich im Mittelpunkt. Die Zusammenstellung wird sich je nach Jahreszeit etwas ändern. Eine der Voraussetzungen ist eine gewisse Haltbarkeit.

Und genau dieses Kriterium schließt eines der bekanntesten Produkte aus der Altmark, den Salzwedeler Baumkuchen, aus. Wolfgang Zahn, Projektleiter bei der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, stellte eine Lösung vor. So soll ein anderes Backprodukt in die Kiste und mit einem Zettel auf den Baumkuchen hingewiesen werden. Dies sei aber eine Ausnahme. Denn normalerweise soll ausschließlich mit den Produkten und nicht mit Texten für die Region geworben werden, hieß es.

Heimische Wirtschaft stärken

Wolfgang Zahn sprach von einer Wirtschaftsförderung auf mehreren Ebenen, die mit der Altmark-Kiste miteinander verknüpft werden. Neben Lebensmittel-Produzenten könnte unter anderem auch der Tourismus profitieren. Die Altmark habe da einiges zu bieten.

Solche kulinarischen Werbeträger gibt es bereits in anderen Regionen. Einmalig aber ist dabei die Zusammenarbeit von zwei Landkreisen. Der Verkauf von 1000 bis 2000 Kisten pro Jahr sei realistisch, hieß es gestern. Der Preis ist auf 30 Euro festgelegt. Es könnte aber immer wieder Veränderungen geben, nicht nur was die Produktpalette angeht.

Das Landwirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt fördert das Projekt. Neben der Agrarmarketinggesellschaft engagieren sich der Altmärkischer Regionalmarketing- und Tourismusverband, der Landhof Neulingen sowie die beiden Landkreise dafür. Salzwedels Landrat Michael Ziche sieht die Altmark-Kiste als ein „gutes Signal“ für regionale Aktivitäten in Zeiten von globalen Krisen wie Corona und Klimawandel. Thomas Lötsch, zweiter Beigeordneter des Landkreises Stendal, sprach von einer Altmark, die selbstbewusster auftreten könne. Denn es würden viele wertige Produkte direkt in der heimischen Region geschaffen.