Schießen

Mehr Waffen im Altmarkkreis Salzwedel

Die Anzahl der registrierten Waffen hat im Altmarkkreis in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Beamten des Polizeireviers Salzwedel nehmen regelmäßig Verstöße gegen das Waffengesetz auf. Meist handelt es sich um illegal mitgeführte oder genutzte Kampfgeräte wie Schlagringe oder verbotene Butterflymesser.

Von Antje Mewes
Die meisten im Altmarkkreis Salzwedel zugelassenen Waffen werden zur Jagd genutzt.
Die meisten im Altmarkkreis Salzwedel zugelassenen Waffen werden zur Jagd genutzt. Foto: dpa

Salzwedel - Die Statistik spricht eine klare Sprache. Es gibt deutlich mehr Schuss- und andere Waffen im Altmarkkreis. Waren es vor sechs Jahren noch 7887 Gewehre, Pistolen und andere angemeldete Waffen, so sind es aktuell 8384. Im ersten halben Jahr haben sich 42 Westaltmärker erlaubnispflichtige Schusswaffen angeschafft, 164 wurden zur Nutzung überlassen. Ein Vorgang, der ebenfalls beim Kreis gemeldet wird, teilt Kreissprecherin Birgit Eurich auf Nachfrage mit.

Der übergroße Teil der Waffen ist in Hand von Waidmännern zur Ausübung der Jagd. Eine Passion, der im Kreisgebiet aktuell 1201 Männer und Frauen nachgehen. Weniger als beispielsweise vor fünf Jahren. 2016 gab es noch 1237 Jäger im Altmarkkreis.

Mehr Waffenschein-Inhaber

Die Zahl der Waffenschein-Inhaber ist hingegen gestiegen und lag Ende 2020 bei 2148. Zudem wurden 24 so genannte kleine Waffenscheine beantragt, mit denen Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen geführt werden dürfen.

Der Besitz und das Führen von Waffen ist an Auflagen gebunden. Die Mitarbeiter der Unteren Waffenbehörde kontrollieren regelmäßig, ob Gewehre, Pistolen und ähnliches ordnungsgemäß und sicher aufbewahrt werden. 2020 seien coronabedingt nur sieben solcher Kontrollen erfolgt. Bei einer habe es Beanstandungen gegeben, informiert die Kreisverwaltung.

Im vergangenen Jahr sind gesetzliche Änderungen eingetreten. Wer einen Waffenschein beantragt, wird auf seine Zuverlässigkeit und persönliche Eignung überprüft. Inzwischen wird dazu auch der Verfassungsschutz befragt. 2020 liefen sechs Widerrufsverfahren für waffenrechtliche Erlaubnisse. Die Gründe dafür waren erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit und der persönlichen Eignung der Waffenscheininhaber, erklärt die Kreissprecherin. Zudem wurden sechs Verbote für den Erwerb und Besitz von Waffen und Munition verfügt. Vorangegangen waren ernsthafte Bedrohungssituationen, die von den Eigentümern oder Kaufinteressenten ausgingen.

Bei Überfällen mit Pistolen gedroht

Die Behördenmitarbeiter haben 26 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz eingeleitet. Dabei ging es in erster Linie um das Verbot, bestimmte Messer oder ähnliche gefährliche Gegenstände bei sich zu haben. Zudem wurden nicht fristgerechte Anzeigen von Waffenverkäufen oder -ankäufen beanstandet. Geahndet wurde auch das Abbrennen von Pyrotechnik außerhalb des erlaubten Zeitraumes.

Mit solchen Verfehlungen sind auch die Beamten des Polizeireviers regelmäßig beschäftigt. Im vergangenen Jahr bearbeiteten sie 40 Fälle, 2019 gab es 39 und 2018 44. „Die Zahlen bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau. Die Aufklärungsquote in Bezug auf diese Straftaten lag bei 97,5 Prozent“, erklärt Polizeisprecherin Franziska Hotopp. Dazu zählten allerdings nicht nur Delikte mit Schusswaffen, sondern auch mit anderen Dingen, die im Waffengesetz aufgeführt sind, beispielsweise Schlagringe oder Butterflymesser. Die Beamten schätzen ein, dass Taten mit Schusswaffen im Zuständigkeitsbereich des Reviers eher selten vorkommen. Hauptsächlich würden Waffen bei Durchsuchungen meist als Zufallsfund entdeckt. Es handele sich dabei selten um scharfe Schusswaffen, sondern eher um Schlagringe, Schreckschusspistolen, Teleskopschlagstöcke oder Butterflymesser.

2020 bedrohten Täter beispielsweise beim Überfall auf das Lottogeschäft an der Bahnhofstraße in Salzwedel einen Mitarbeiter mit einer Pistole. Im Februar dieses Jahres geschah ähnliches bei einer räuberischen Erpressung in einer Bäckerei an der Salzwedeler Ziegeleistraße. Dennoch seien solche Taten eher die Ausnahme.