Salzwedel/Treviso l Mit einer persönlichen Bestleistung und der Bronzemedaille im Gepäck kehrte Andreas Benke vom Schiffsmodellclub Salzwedel am Wochenende von den Weltmeisterschaften zurück. Im italienischen Treviso hatte der Salzwedeler in der Klasse F1E, das E steht für Elektromotor, auf einem Baggersee gleich im ersten Lauf seine Bestzeit aufgestellt. Danach begann das lange Zittern, denn die Kontrahenten – die Favoriten kamen aus China – hatten noch in zwei weiteren Läufen die Möglichkeiten, die Zeit des Altmärkers zu unterbieten.

Sein Speedboot aus Kohlefaser hatte Benke über mehrere Jahre gebaut und weiter entwickelt. „Das Profil sorgt dafür, dass sich das Boot bei dem hohen Tempo auf die Wasseroberfläche saugt“, erklärt der Rennfahrer und Techniker. Sein Boot schafft immerhin mehr als 100 km/h in der Spitze. Da kommt es auch auf eine gute Abstimmung von Motor, Akku und Propeller an, weiß der Experte. „Das Unterschiff ist aber das Spezielle“, betont Andreas Benke und zeigt auf die Form des Bootes. Daran tüftelt der 48-Jährige immer wieder, um in der Weltspitze mithalten zu können.

An der Weltmeisterschaft in Treviso nahmen vom 1. bis 10. August 180 Starter mit rund 400 Booten teil. Dabei gab es Einzelrennen, in denen nur die Zeit gewertet wurde sowie Rennen, bei deren mehrere Boote gegeneinander auf dem Wasser antraten.

Chinesen dominieren den Wettbewerb

In seiner Klasse hatte Benke dreimal fünf Minuten Zeit, auf einem Dreieckskurs die schnellste Runde hinzulegen. Einmal hin, einmal zurück – Benke benötige für seine persönliche Bestzeit 9,96 Sekunden. „Damit bin ich das erste Mal unter Wettbewerbsbedingungen unter zehn Sekunden geblieben“, freute sich der Hansestädter. An dieser Schallmauer hatte Benke mehrere Jahre gearbeitet.

Allerdings war der Abstand zum Weltmeister am Ende noch sehr groß. Ein Chinese legte die Strecke in 9,14 Sekunden zurück. Der mehrfache Weltmeister und Weltrekordhalter war für Benke nicht erreichbar. „Die Chinesen dominieren den Wettbewerb“, wusste Benke zu berichten. Vor allem die Akkus der Asiaten seien der europäischen Technik noch weit voraus.

Ein russischer Starter belegte den 2. Platz mit einer Zeit von 9,38 Sekunden – ein neuer Europarekord. In Italien musste Andreas Benke mit dem im Vergleich zum Salzwedeler Schwimmteich eher tiefen Gewässer klarkommen. „Außerdem gab es dort eine Wasserski-Anlage, die uns beeinträchtigte“, berichtete der Modellbootsportler. Auch deshalb ist er mit der Bronzemedaille sehr zufrieden.

Seit 1985 ist Andreas Benke im Modellbootsport aktiv. Er wurde 2010 Weltmeister und 2014 auch Doppel-Europameister. Und vielleicht hat er mit seine Erfolgen als Onkel auch bei Loreley Sophie Benke (11) das Interesse an diesem Hobby wecken können. Sie nahm jüngst am Fielmann-Cup des Salzwedeler Schiffsmodellclubs teil und erreichte dort den 3. Platz in der Kinderwertung.