Salzwedel l Die Salzwedeler Kaninhopper sind eine erfolgreiche Truppe. Dafür sprechen aktuell 16 aktive Sportler, Auftritte in mehreren Bundesländern, zahlreiche Medaillen bei Turnieren und jede Menge Werbung für die Hansestadt in anderen Regionen. Dennoch stand die Gruppe im Juni plötzlich vor einer ungewissen Zukunft. Der Grund: Othmar Möllmann, Cheftrainer und Gründer der Gruppe, ist an Krebs erkrankt.

„Die Diagnose hat mir zunächst den Boden unter den Füßen weggezogen. Zudem musste die Behandlung umgehend beginnen“, blickt Möllmann zurück. Da blieb schlicht keine Zeit für organisatorische Absprachen. Selbst das wöchentliche Training musste ausfallen. Ein Novum in der neunjährigen Geschichte der Gemeinschaft.

Verschworene Truppe bleibt zusammen

Doch die Kaninhopper sind eine verschworene Truppe. Von einer heimtückischen Krankheit ließen sie sich ihr Hobby nicht zerstören. Nicht zuletzt für ihren Trainer beschlossen sie: Wir machen weiter! Die Leitung der Gruppen haben zunächst Petra Menk, Anja Möllmann und Yvonne Schulz übernommen. Sie teilen die Aufgaben nach Absprache unter sich auf. Diese Lösung ist mit dem Vorstand des Kaninchenzuchtvereins Salzwedel, zu dem die Hopper gehören, abgestimmt. So ist das Training gesichert, Absprachen zur Teilnahme an Turnieren werden individuell getroffen.

Teamgeist bewiesen die jungen Sportler zudem bei der Frage, was aus den 25 Sportkaninchen von Othmar Möllmann werden soll. „Ganz nach den jeweils vorhandenen Möglichkeiten hat sich jeder bereit erklärt, Tiere aufzunehmen. So haben alle ein neues Zuhause gefunden“, versicherte Vanessa Möllmann.

Nicht mehr geben wird es allerdings „Othmars Kaninhop“. Nach zehn Jahren ist endgültig Schluss. Wer künftig bei Veranstaltungen die springenden Langohren sehen möchte, kann sich direkt an die Betreuer der Gruppe und auch an Othmar Möllmann wenden. Abgesichert sind bereits der Auftritt am 26. August am Kunrauer Schloss und am 15. und 16. September zur Kreistier- und Gewerbeschau in Dannenberg.

Kein Wunder also, dass der Gründer stolz auf seine Gruppe ist. Ihre Tatkraft ist für ihn Motivation zur Bewältigung der noch vor ihm liegenden Therapie. Zudem hat sich der Salzwedeler fest vorgenommen, auch künftig die Kaninhopper zu begleiten und zu unterstützen.

„Ich habe bereits in meiner Kindheit die Liebe zu diesen Tieren entdeckt und stets Langohren gehalten. Ein Leben ganz ohne Kaninchen ist für mich kaum vorstellbar“, sagte der 68-Jährige.