Landesforstbetrieb und Landesamt für Wasserwirtschaft ließen mähen

Naturschutz auf Försterwiese im Praxistest

Von Helga Räßler

Drei Tage lang herrscht Hochbetrieb auf der sonst ruhigen Försterwiese am Arendsee: Im Auftrag des Landesforstbetriebs und des Amts für Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz mähten Mitarbeiter das eineinhalb Hektar große Areal im Naturschutzgebiet. Sonst darf das Feuchtbiotop nicht betreten werden.

Arendsee l Einen Tag mähen, zwei Tage räumen: Die drei Mitarbeiter des Landesforstbetriebs harkten gestern das letzte Heu auf der Försterwiese am Arendsee zusammen und luden es zum Abtransport auf einen Traktoranhänger. "Den Zeitpunkt für diese Pflegearbeiten haben wir bewusst erst nach der Blüte des breitblättrigen Knabenkrauts und dem Aussamen gewählt, damit es im nächsten Jahr wieder austreiben kann", erklärte Anne-Kathrin Kelm von der Unteren Naturschutzbehörde des Altmarkkreises Salzwedel gestern beim Ortstermin.

"Erstmals haben wir uns für die Arbeiten Hilfe bei den Eigentümern des Naturdenkmals geholt: dem Landesforstbetrieb und dem Landesamt für Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz LAW", sagte sie weiter. Sie seien in die Pflicht der Pflege genommen worden. Deren Mitarbeiter hatten die notwendigen Arbeiten an drei Tagen erledigt.

"Ohne das Mähen würde hier alles verbuschen"

Revierleiter Rüdiger Glass

"Ohne das Mähen würde hier alles verbuschen", betonte Forstrevierleiter Rüdiger Glass aus Salzwedel. Der Erlenwildwuchs würde die Oberhand gewinnen. Das bestätigte auch Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf vom LAW.

"Und dann wären Knabenkraut, Wollgras, scharfer Hahnenfuß, Secken- und Binsenarten bald verschwunden", betonte Anne-Kathrin Kelm. Genau das solle mit dem jährlichen Einsatz verhindert werden. "Die Pflanzen auf der geschützten Feuchtwiese auf moorigem Standort können nun ungehindert wieder austreiben und wachsen", machte sie klar.

Bewundern können Spaziergänger die seltenen Blüten im Frühjahr aber nur vom Weg aus: Die Försterwiese darf außer zu den Pflegemaßnahmen nicht betreten werden.