12. Bezirkskonferenz des Bezirksverbandes Altmark der Gartenfreunde

Neue Wettbewerbskriterien angekündigt

Von Uta Elste

Der demografische Wandel macht sich auch in den Kleingartenvereinen bemerkbar. Daher war der Leerstand auch eines der Haupthemen der Bezirkskonferenz am Sonnabend.

Salzwedel l Peter Jürgens, Vorsitzender des Bezirksverbandes Altmark der Gartenfreunde, machte das Problem der ungenutzten Parzellen in den Anlagen mit Zahlen deutlich: Betrug 2009 der Leerstand noch 4,8 Prozent, habe er sich nunmehr mit 9,5 Prozent nahezu verdoppelt. Als Beispiele nannte er unter anderen die Anlagen Am Friedensberg und Eichengrund, dort liegen inzwischen jeweils 14 Parzellen brach. "Junge Leute im ländlichen Raum zur Übernahme eines Kleingartens zu überreden, ist nicht einfach", so das Fazit des Vorsitzenden.

Dennoch müsse man sich weiter um junge Leute für die Kleingartenvereine und auch die damit verbundenen ehrenamtlichen Aufgaben bemühen. Darüber waren sich Peter Jürgens und Dietmar Kuck, Chef des Landesverbandes der Kleingärtner, einig. Peter Jürgens erinnerte daran, dass das Durchschnittsalter der Vorstandsmitglieder des Bezirksverbandes inzwischen bei 66 Jahren liege. Dietmar Kuck warf einen Blick in die Zukunft und verwies darauf, dass in 15 Jahren etwa ein Viertel der Mitglieder älter als 80 Jahren sein werden.

Doch wenn sich für eine Parzelle kein begeisterter Kleingärtner findet, gebe es auch andere Möglichkeiten. In den Kleingartenanlagen Friedensberg Klötze, Hilgenholz Salzwedel und Kuhschlagweg Gardelegen wird Obst und Gemüse für die Tafel angebaut. In diesem Jahr solle das auch in Parzellen der Anlagen Sonnenschein in Arendsee, Am Teich in Kleinau sowie Teufelsweg in Kalbe geschehen, kündigte Peter Jürgens an. Darum werden sich die Umwelt- und Landschaftssanierung sowie die ABS Drömling kümmern. Weitere Gespräche gebe es mit der Akademie facultas gGmbH.

Den Gartenwettbewerb "Den besten Gärtnern auf der Spur" des Bezirksverbandes und der Volksstimme werde es auch in diesem Jahr geben, kündigte Peter Jürgens an. "Kritische Hinweise aus Gardelegen, Klötze und Beetzendorf werden Anlass für neue Bewertungsmodalitäten sein", sagte Peter Jürgens. Grundsätzlich werte er die Kritik als Signal, dass die Vereine im Wettbewerb bessere Platzierungen erreichen wollen. Peter Jürgens gab jedoch auch zu bedenken, dass es unmöglich sei, es allen recht zu machen.

"Der Wassercent für Kleingartenvereine ist vom Tisch"

Bemerkenswert an diesem Wettbewerb sei, wie unterschiedlich Menschen an ein Thema herangehen, blickte Vize-Landrat Eckhard Gnodtke auf die Preisverleihungen der zurückliegenden Jahre zurück. Die Kleingärtner im Altmarkkreis Salzwedel bewirtschaften immerhin 77 Hektar.

Gnodtke und Erich Kaiser, Vertreter von Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke, widersprachen jedoch Peter Jürgens Kritik an der mangelnden Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement. Auch wenn die Versorgungsfunktion der Kleingärten nicht mehr im Vordergrund stehe, haben die Vereine dennoch große Bedeutung für die Hansestadt. Das damit verbundene ehrenamtliche Engagement werde schon in der Stadt gesehen, sei praktisch ihr Lebenselixier.

Dietmar Kuck appellierte in seinem Grußwort an das Miteinander aller Verbände im Land. Nur dadurch sei es gelungen, erträgliche Pachtzinsen für die Vereine zu erreichen und die öffentlichen Lasten wie beispielsweise Grundsteuer und Straßenreinigung im Rahmen zu halten.

"Auch der Wassercent für die Kleingartenvereine ist inzwischen vom Tisch", so Kuck. Das sei letztlich darauf zurückzuführen, dass Kleingärtner in der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt recht zahlreich seien, machte er deutlich. So kommen in Sachsen-Anhalt auf 1000 Einwohner 46 Kleingärten, im benachbarten Niedersachsen statistisch nur 0,4.

Dietmar Kuck wies die Vereinsvertreter darauf hin, dass derzeit im Auftrag des für die Kleingärten zuständigen Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe Daten erhebe.

Mehr über die Bezirksversammlung in einer unserer nächsten Ausgaben.