Salzwedel l Der Neue ist kein Unbekannter beim Bürgerbund. Einstimmig ist Maschinenbauingenieur Torsten Weimert, der bereits seit Langem Mitglied ist, als Vorsitzender gewählt worden. Ihn unterstützen künftig Frank Rossau als Stellvertreter und Schriftführer Gerd Meiburg. Weimert tritt damit die Nachfolge Carsten Brückners an, der sich künftig bei der AfD engagieren möchte.

Zwar ist er noch Mitglied im Bürgerbund, doch sollte Brückner für die AfD kandidieren, dann „muss er austreten“, erklären Weimert und Dirk Jentschke auf Anfrage der Volksstimme. Denn der Bürgerbund sei unabhängig und wolle dies auch bleiben. Als erste Maßnahme wurde deshalb die Homepage der Vereinigung vom Netz genommen, um deren Inhalte zu überprüfen und sie dann neu auszurichten.

Bürgerbund sucht die Öffentlichkeit

Das Ziel für die Zukunft ist klar formuliert. Der Bürgerbund, der mit Dirk Jentschke im Stadtrat in der Fraktion mit den Grünen vertreten ist, möchte mehr Einfluss bekommen sowie sich und seine Arbeit mehr in den Fokus der Öffentlichkeit stellen. „Wir wollen in kleinen Schritten Verbesserungen für die Stadt und deren Bewohner erreichen“, sagt Weimert (46) im Gespräch mit der Volksstimme. Dazu sei es allerdings notwendig, einen Überblick über die städtischen Finanzen zu bekommen. „Sind wir noch handlungsfähig oder nicht?“, will Weimert wissen, der bereits ankündigte, bei der nächsten Kommunalwahl in zwei Jahren erneut kandidieren zu wollen.

Auch Dirk Jentschke hätte sich in der Augustsitzung des Finanzausschusses „schon eine Aussage zum Etat und damit zur aktuellen Finanzlage der Stadt erhofft“. Und zwar verbunden mit einem Ausblick, wie es denn weitergehen solle. „Alles können wir nicht schick machen, aber es sollte besser in die Grundschulen als in den Straßenbau investiert werden.“ Dies sei laut Jentschke zukunftsträchtiger.

Finanzpolitik hat Priorität

Die Finanzpolitik bezeichnen Weimert und Jentschke als „oberstes Thema“ ihrer Arbeit. Beide sind gegen einen Beitritt zum Zweckverband Breitband (ZBA), weil es sich dabei um eine zusätzliche freiwillige Aufgabe handle, für die kein Geld vorhanden sei. Zudem sei das finanzielle Risiko für die Stadt bei einem Beitritt zu groß.

Kritisch sieht Jentschke das von der Stadt Salzwedel in Auftrag gegebene Gutachten, um den Wert des Seniorenzentrums Vita zu ermitteln. Die sollte nicht an einen privaten Träger verkauft werden, sondern eine Stadttochter bleiben und als eigenständige GmbH weitergeführt werden.