Salzwedel l Wenn der Tourismusverband Altmark am 31. Dezember in die Annalen eingeht, soll es eine nahtlose Fortsetzung geben. Zum 1. Januar 2019 wird ein vorläufiger Geschäftsführer für den Altmärkischen Regionalmarketing- und Tourismusverband eingesetzt. Dessen konstituierende Sitzung soll am 22. Januar stattfinden. Dafür werden derzeit die Unterlagen vorbereitet. Eine Stellenausschreibung soll am 23. Januar erfolgen. Vorgesehen sind sie für die Geschäftsführung Assistenz und Buchführung, Tourismus, Regionalmarketing und -management, informiert Kreissprecherin Birgit Eurich auf Anfrage der Volksstimme. Sitz des Zweckverbandes soll Tangermünde sein. Die Verbandssatzung ist bereits vom Landesverwaltungsamt genehmigt worden. Aktuell haben 14 Gemeinden altmarkweit einen Beitritt beschlossen. In Arendsee stehe er noch aus, werde aber voraussichtlich am 19. Dezember gefasst. Für die Kommunen wird dann ein jährlicher Beitrag von 53 Cent pro Einwohner fällig. Die beiden Kreise zahlen jeweils 150  000 Euro pro Jahr.

Private Unternehmen oder Organisationen können keine Verbandsmitglieder sein, sondern sollen in einem noch zu gründenden Fördervereins aktiv mitarbeiten, erklärt die Kreissprecherin.

Kein Flickenteppich

Dass der jetzige Tourismusverband aufgelöst werden muss, ist seit längerem klar. Grund sind Änderungen im EU-Beihilfe-, Förder- und Vergaberecht. Nachdem die Investitionsbank die Auszahlung von Fördergeld gestoppt und Rückforderungen gestellt hatte, musste im Mai aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein Insolvenzantrag gestellt werden. Eine Fusion mit dem Regionalverein Altmark war schon vor zwei Jahren ebenfalls aus förderrechtlichen Gründen gescheitert.

Längst nicht alle Kommunen stehen dem neuen Zweckverband unvoreingenommen positiv gegenüber. In der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf herrscht in einigen Mitgliedsgemeinden Skepsis. Die Ratsleute sehen den Nutzen für ihre ländlichen Gebiete nicht. Landrat Michael Ziche appelliert, in Sachen Tourismus-Zweckverband zusammenzuhalten und untereinander solidarisch zu sein: „Regionalentwicklung und Tourismusförderung sind eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur zusammen bewerkstelligt werden kann. Es sollte kein Flickenteppich beim Thema Tourismusförderung entstehen.“

Gäste bleiben länger im Altmarkkreis

Wirtschaftliche Entwicklungsaufgaben in der Altmark und die Vermarktung der Region als touristischen Standort sollen nun im der neuen Struktur gebündelt werden. Die Regionale Planungsgemeinschaft hat jüngst mit einer Satzungsänderung die Weichen dafür gestellt und die Aufgabe des Regionalmarketings ab 1. Januar an den Zweckverband abgegeben.

Dass der Tourismus in der Region eine nicht unbedeutende Rolle spielt, zeigen die Zahlen der aktuellen Übernachtungsstatistik für den Altmarkkreis Salzwedel. Für durchschnittlich 3,6 Nächte buchten Touristen im Zeitraum Januar bis September dieses Jahres eine Unterkunft in der Westaltmark. Damit blieben sie länger als im vergleichbaren Landesschnitt, der bei 2,4 Nächten liegt. Der Altmarkkreis erzielte zudem gegenüber dem Vorjahreszeitraum laut neuester Statistik einen Zuwachs von drei Prozent bei den Gästeübernachtungen.

79.855 Gästeankünfte

79.855 Gästeankünfte im Kreisgebiet wurden von Januar bis September 2018 gezählt. Das ist weniger als in anderen Landkreisen oder kreisfreien Städten Sachsen-Anhalts. Die höhere Übernachtungsdauer spreche aber für die Region, die Qualität der Unterkünfte und einen offensichtlich guten Service der Anbieter.