Arendsee l Warum sie ihren Reiseführer „In the Middle of Nüscht“ fast ausschließlich der Ost-Altmark gewidmet habe? „Die gesamte Altmark ist einfach zu groß“, bekennt Autorin Sibylle Sperling aus Stendal. Als Neu-Stendalerin – seit zehn Jahren lebt die Berlinerin dort – habe sie eher Zugang zum östlichen Teil gefunden.

Aber nun soll es also doch noch in den „Westen“ gehen? „Ja, ich habe diese irgendwie magische Grenze überschritten“, meint sie lachend. Im Moment laufe die Recherche auf Hochtouren, ihre Mitstreiter seien wie sie am Kundschaften, Fotografieren und Interviewen.

Sie nutzte Mittwoch die Zeit im Regionallädchen im Kulturstübchen Arendsee zu intensiven Kundengesprächen. Und zwar nicht nur über die schönen kunsthandwerklichen Dinge der Ladenbetreiber, sondern auch über Vorschläge zum Inhalt ihres zweiten Reiseführers durch die altmärkischen Weiten.

Auch kleine Orte enthalten

Enthalten sein sollen nicht nur die bekannten Hansestädte Salzwedel und Gardelegen, sondern auch Arendsee, Kalbe, Diesdorf, der Drömling, das Grüne Band, der Linden-Urwald oder die Großsteingräber. „Und natürlich nicht zu vergessen die kleinen Orte dazwischen, wo sich das dörfliche und kulturelle Leben abspielt, wo Neues entsteht, wie Binde, Fleetmarks „Tisch 12“, Vissum, Kaulitz, Neulingens „De Dörpstroat“ mit Kartoffeltag oder Dessaus Simsonrennen und und und ...

Das Buch solle ja auch wieder ein Entschleunigungsmedium sein. Warum? „Ich bin ja auch von der Großstadt aufs Land gezogen, um dem Stress, der permanenten Beschleunigung und Beeinflussung zu entgehen“, meint Sibylle Sperling. Und das wünsche sie auch den Lesern: Gelegenheiten zum Herunterkommen vom Stressgipfel, zum Naturgenießen und Frischlufttanken.

Wo Großstadtgestresste Erholung finden: Altma

Das wünsche sie auch der Altmark: keine Massen an Touristen, sondern Leute mit Sehnsucht nach Ruhe und Entspannung. „Solche Projekte wie der ökologische Seminarhof in Vissum oder die Grenzwanderungen, die Gartenvielfalt und eben der Arendsee – das können die Anziehungspunkte für großstadtüberdrüssige, erholungsbedürftige Manager oder Familien sein“, glaubt sie.

Nach dem Titel des neuen Werks, das im Sommer oder Herbst 2020 erscheinen soll, befragt meint sie: „Nüscht muss schon vorkommen – vielleicht einfach Noch mehr Nüscht.“ Aber das sei noch offen.

Und das Regionallädchen, in dem sie auch heute am Donnerstag noch zum Signieren ihres ersten Buchs sitzt, hat noch bis kommenden Sonnabend, 31. August, geöffnet. Keramik, handgemachte Seifen, Marmeladen und Honig, Taschen, umgenähte Klamotten und Kerzen gibt es hier.