Landtagswahl 2021

Neues Farbenspiel im Altmarkkreis - Wer vertritt die Westaltmark im neuen Landtag in Magdeburg?

Der Altmarkkreis Salzwedel wird voraussichtlich in der kommenden Legislaturperiode von vier Abgeordneten im Landtag vertreten. Neben den beiden CDU-Kandidaten Sandra Hietel und Carsten Borchert, die das Direktmandat errungen haben, ist Thomas Korell (AfD) über die Landesliste seiner Partei eingezogen. Gleiches gilt für Dorothea Frederking (Grüne).

Von Antje Mewes
Kreis-Wahlleiter Matthias Baumann (von links), IT-Fachmann Oliver Banse und Landrat Michael Ziche im Wahlstudio der Kreisverwaltung.
Kreis-Wahlleiter Matthias Baumann (von links), IT-Fachmann Oliver Banse und Landrat Michael Ziche im Wahlstudio der Kreisverwaltung. Foto: Antje Mewes

Altmarkkreis - Das Farbenspiel der Parteien, deren Abgeordnete für den Altmarkkreis im Landesparlament sitzen, ändert sich von schwarz-rot-rot- grün auf schwarz-blau und eventuell grün. Bisher waren die Linken mit Andreas Höppner und die SPD mit Jürgen Barth vertreten. Beide traten nicht mehr zur Wahl an. Ihren Nachfolgern gelang es in beiden Wahlkreisen nicht, das Direktmandat zu erringen oder über einen Listenplatz einzuziehen.

Anders bei der AfD. Ihrem Kandidaten aus dem Wahlkreis Gardelegen-Klötze, Thomas Korell, reichte Platz 18 auf der Landesliste seiner Partei, um Landtagsmitglied zu werden. Erstmals hat die Westaltmark damit einen AfD-Abgeordneten.

Ob Dorothea Frederking (Bündnis 90/Die Grünen) wieder für die gesamte Altmark zuständig sein wird, steht noch nicht fest. Sie schaffte auf Platz 5 der Grünen-Liste den Wiedereinzug und würde gern weiterhin die Belange beider altmärkischer Landkreise im Landtag vertreten, wie sie auf Volksstimme-Anfrage erklärte. Allerdings würden die Zuständigkeiten in der neuen Landtagsfraktion der Grünen erst Ende des Monats festgelegt.

Bei den Zweitstimmen hat die CDU im Vergleich zu 2016 um gut fünf Prozent zugelegt. Weiterhin haben die FDP mit 2 und die Freien Wähler mit 4,3 Prozent Zuwächse. Deutlich verloren haben die Linken mit einem Minus von 4,6 und die SPD mit 4,3 Prozent. Die Grünen haben einen geringen Verlust von 0,5 Prozent im Vergleich zur Landtagswahl von vor fünf Jahren.

Dank an Wahlhelfer

Landrat Michael Ziche lobte gestern das Engagement der ehrenamtlichen Wahlhelfer in den insgesamt 186 Wahllokalen im Altmarkkreis, die dafür gesorgt hätten, dass die Wahl so gut abgelaufen sei. Zwar habe es kleinere Irritationen gegeben, die aufgeklärt und abgestellt worden seien, aber keine Zwischenfälle, die rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnten.

Was das Ergebnis anbelange, blicke er in Richtung Magdeburg und rechne mit einer stabilen Landesregierung, „die der kommunalen Ebene verlässliche Rahmenbedingungen gibt, mit denen sie zurechtkommt“. Ein wichtiger Punkt sei das Finanzausgleichsgesetz (FAG), das auslaufe. 2016 habe es dahingehend bereits „einen Sprung nach vorn“ gegeben, indem den Kommunen mehr Handlungsspielraum gelassen wurde. Allerdings sei die Finanzierung immer noch nicht auskömmlich.

Kreis-Wahlleiter Matthias Baumann zog am Dienstag ein positives Resümee über den Ablauf der Landtagswahl im Altmarkkreis. Im Landratsamt liefen alle Ergebnisse aus den Wahllokalen zusammen. Über die Homepage des Altmarkkreises waren ständig die aktuellen Ergebnisse für die Erst- und Zweitstimmen zu verfolgen.

Viel mehr Briefwähler

Erwartungsgemäß waren deutlich mehr Briefwahlunterlagen zu öffnen, zu sortieren und die Stimmzettel auszuzählen. Noch bis kurz vor 18 Uhr waren die letzten Wahlbriefe beim Kreis eingegangen, insgesamt waren es rund 10.600. Bereits am Nachmittag hatten sich neun Briefwahlvorstände gebildet und sich die Wahlbezirke aufgeteilt. Dabei habe es deutliche Unterschiede bei der Anzahl der Briefwähler gegeben. Während einige Helfer rund 700 Wahlbriefe bearbeiteten, hatten andere bis zu 1500 auf dem Tisch. „Ich bin froh, dass viele Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben“, sagte Baumann auf Volksstimme-Anfrage.

Der Kreiswahlausschuss wird am Donnerstag (10. Juni) ab 15 Uhr in öffentlicher Sitzung über das amtliche Endergebnis der Landtagswahl befinden.