Kuhfelde l „Eigentlich sollte ich die Dachdecker nur etwas unterstützen, weil einige Schadstellen im Holz sichtbar waren. Dabei habe ich den Echten Hausschwamm entdeckt und das Kreiskirchenamt verständigt“, erinnert sich Zimmermeister Stefan Micheel.

Wie schlimm ist es wirklich?, wollen Pfarrer Matthias Friske und Baupfleger Rainer Wellkisch wissen. Antworten darauf kann ihnen Holzschutzgutachter Sven Wüstemann geben. Dieser schaut sich das Dach der im 13. Jahrhundert erbauten Kirche, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts massiv umgebaut wurde, genau an. Im Gespräch erfährt er, dass die Vorgänger-Eindeckung in den 1980er Jahren erfolgt sei. Beim genaueren Blick unter die Plane, die derzeit den Dachstuhl überdeckt, merkt er an: „Der Bereich war damals definitiv schon geschädigt. Da ist nur geflickt, aber nichts gegen den Schaden getan worden.“

Kiefern-Holz angegriffen

Die Hölzer aus Eiche seien meist in Ordnung, die aus Kiefer dagegen geschädigt. Sechs Auflagepunkte für das sogenannte Sprengwerk, ein Tragwerk im Holzbau, seien defekt.

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„Der Schutt muss weggeräumt werden, um den Befall genau beurteilen zu können. Alle Kiefernbretter müssen weg“, sagt Sven Wüstemann. Zudem müsste ein Schwammsperrmittel möglichst zeitnah eingebracht werden, damit eine weitere Ausbreitung verhindert werde.

Rainer Wellkisch atmet nach der Hiobsbotschaft tief durch. „Wir wollten eigentlich nur das Dach decken“, sagt er und fügt hinzu: Wir wussten von den kaputten Hölzern, aber nichts vom Echten Hausschwamm.“ Jetzt würde das Dach erstmal dicht gemacht. Dann gelte es, Geld zu sammeln, damit die Arbeiten gegen den Holzschädling finanziert werden könnten.

Statiker-Einsatz notwendig

Momentan wisse keiner, wie die Last auf dem Dach verteilt sei, merkte Stefan Micheel an. Er empfiehlt eine Notsicherung im Inneren, damit die Balken gestützt werden. „Das könnte auf das Sperren der Kirche wegen Einsturzgefahr hinauslaufen“, denkt Matthias Friske laut nach. Gottesdienste könnten im Pfarrhaus oder im Chor, der einen separaten Eingang hat und dessen Dach nicht betroffen ist, gefeiert werden. „Auf jeden Fall muss ein Statiker den Schaden begutachten. Vermutlich wird die Reparatur eine größere Maßnahme“, merkt Rainer Wellkisch an.

Dachdeckermeister Uwe Latta bedauert, dass seine Mitarbeiter den Hausschwamm nicht entdeckt haben. „Das ist kein Wunder. Der Schwamm mag keine Zugluft. Als ihr das Dach geöffnet habt, hat er sich in den Schutt zurückgezogen“, beschreibt Stefan Micheel. Da der Schaden auch im Inneren zu sehen sei, vermutet der Zimmermeister, dass es schon seit Jahren in das Gotteshaus hineingeregnet hat. Ein Paradies für den Hausschwamm, der bei seiner schädigenden Arbeit von Insekten unterstützt worden sei.

Der Pfarrer denkt schon einmal darüber nach, wo der Weihnachtsgottesdienst gefeiert werden kann, wenn die Kuhfelder Kirche gesperrt werden sollte. Eine Möglichkeit gebe es in Valfitz. Und er hofft, dass sich Spendewillige finden, die bereit sind, Geld für die notwendige Reparatur zuzusteuern: Konto des Kirchenkreises Salzwedel, Verwendungszweck Kirche Kuhfelde, IBAN DE 78 8105 5555 30 0000 4512.