Salzwedel l „Wir haben den ersten Antrag vorliegen, in dem die Entnahme von 25 Nutrias nachgewiesen ist“: Das sagte Uwe Heinecke, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Jeetze, am Mittwoch auf Nachfrage der Volksstimme. Der Verband hat im Haushalt des laufenden Jahres erstmals 3000 Euro für das Entnehmen von insgesamt 1000 Tieren berücksichtigt. Denn die ursprünglich aus Südamerika stammenden und in Mitteleuropa eingebürgerten Nagetiere würden zunehmend zu einem Problem an den Gewässern zweiter Ordnung, für deren Unterhaltung der Verband zuständig sei. Sie würden die Uferbereiche unterhöhlen und somit für Schäden sorgen.

Solche Prämien würden in Nachbarverbänden wie Seege/Aland, Milde/Biese, Tanger, Uchte und Trübengraben, aber auch im niedersächsischen Bereich bereits seit einigen Jahren gezahlt, schilderte Uwe Heinecke. „Wir haben schon viele Nachfragen erhalten und sind hoffnungsvoll, dass das Angebot, das für dieses Kalenderjahr gilt, angenommen wird“, fügte er hinzu. Mit der Entnahme solle ein gewisser Druck aufgebaut werden, um die Population im Zaum zu halten. Nutrias hätten in der Region kaum natürliche Feinde. Die aus dem wärmeren Südamerika stammenden Tiere hätten sich zudem an die milden Winter hierzulande bereits gut angepasst.

Abstimmung mit Jagdbehörde

Der Verband hatte bei der Unteren Jagdbehörde nachgefragt, welche Entnahmezahl realistisch sei, sagte der Geschäftsführer. Etwa 2000 Tiere seien es innerhalb eines Jahres im Kreis gewesen, habe er als Antwort erhalten. „Unsere Verbandsfläche ist etwa halb so groß wie die des Kreisgebietes. Also haben wir 1000 Entnahmen festgelegt“, sagte Uwe Heinecke. Die Erstattung von drei Euro je Tier müsse schriftlich nachgewiesen werden. Die jeweiligen Jagdgenossenschaftsvorsitzenden oder der Verpächter bei Eigenjagden müsse den Abschuss bestätigen. Geld gebe es nur für Entnahmen im Einzugsbereich der Gewässer zweiter Ordnung im Verbandsgebiet. Wo sich dessen Grenzen befinden, könne in der Geschäftsstelle, Gerstedter Weg 5c in Salzwedel, Telefon 03901/42 31 53, erfragt werden.

Eine Fortführung der Prämienzahlung in den nächsten Jahren sei geplant, erklärte der Geschäftsführer und fügte hinzu, dass dies neu beschlossen werden müsse. „Die Erfahrungen aus dem Jahr 2019 spielen dabei auch eine Rolle“, sagte er.