Diesdorf l Melina aus Wolfenbüttel und Lukas aus München sind im Haus Püggen voll in ihrem Element. Die Kinder knien auf den Stühlen und kneten den Hefeteig für ihre Osternester. Museums-Mitarbeiterin Ilse Heidemann hilft ihnen dabei. „Die beiden haben schon danach gefragt, ob wir wieder ins Museum fahren können“, erzählt Lukas‘ Mama Kathrin Rolletschek über ihren Sohn und ihre Nichte. Über Ostern trifft sich die Familie bei den Großeltern in Salzwedel. Und von da aus ist es nicht weit nach Diesdorf. „Ich kenne das Museum noch aus meiner Kindheit. Und ich finde es gut, dass so viel für Kinder angeboten wird. Sie haben viel Spaß“, fügt sie hinzu und hilft ihrem Sohn beim Flechten des Teiges.

Mittlerweile sind die Oster-Plätzchen fertig gebacken. Melina und Lukas gönnen sich eine Kostprobe, packen die übrigen ein. „Danke“, sagen die beiden und gehen mit ihren Begleitern auf Entdeckungstour unter freiem Himmel. Denn bis die Osternester aus dem Backofen kommen, dauert es noch eine Weile.

Eigene Nester gebaut

In der Holzwerkstatt wird fleißig gebastelt. Karl Schindler hilft Tyler Linke aus Dähre beim Bau eines Osternestes. Eine Baumscheibe, Nägel, Weide und etwas Moos – mit etwas Geschick ist dieses bald fertig. „Uns ist es wichtig, als Familie am Ostersonntag etwas zusammen zu machen. Und hier können die Kinder selbst was tun, das finde ich prima“, sagt Mama Jeanette Linke.

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Mit der eigenen Bastelei geht es auf die Gänsewiese. Denn hier hat der Osterhase einige Überraschungen für die jüngsten Besucher versteckt. Die drei Jungs einer Familie aus Krefeld (Nordrhein-Westfalen), zwischen zwei und elf Jahren alt, suchen gern. Die Urlauber finden das Angebot „für Kinder sehr schön“, wie die Mama erzählt.

Ein Webstuhl in Aktion

Die altehrwürdigen Häuser laden ein zu einem Blick ins Innere. Erst recht, wenn mit einem knapp 200 Jahre alten Webstuhl gearbeitet wird. Horst Rakow aus Schnega webt darauf die letzten Zentimeter der insgesamt 13 Meter langen Bahn. „Genau weiß ich nicht mehr, wann wir die Kette aufgezogen haben. Das ist schon einige Feste her“, erzählt seine Frau Erika Rakow. Aber es sei die erste Kette, die ihr Mann allein abwebe, fügt sie augenzwinkernd hinzu. Fest stehe auch, dass zu Pfingsten eine neue drauf müsse. Welche Farben sie dann auswähle, das wisse sie noch nicht genau.

Museumsschmied Manfred Heiser testet derweil das Wissen der Gäste. An den Gänsefänger, mit dem der Hirte einst den gewünschten Vogel gegriffen hat, kann sich keiner erinnern. Dass Taue in den Hufeisen dazu beitrugen, dass Kavalleriepferde kaum zu hören waren, und dass die Schlacke des Schmiedefeuers den Spitznamen Lehrlingshirn trägt, war vielen ebenfalls neu. „Das nächste Mal stelle ich Fragen“, hat sich Britta Jordan aus Schweimke (bei Hankensbüttel) fest vorgenommen. Sie sei mit ihrer Familie zum wiederholten Mal im Museum. „Aber in der Schmiede hat noch keiner was vorgeführt, als wir da waren. Deshalb fanden wir das sehr interessant“, fügt sie hinzu.

Lehrer Heinz-Günter Klaas lädt zum Unterricht wie zu Großmutters Zeiten ein. Mitmachen ist erwünscht.

Gratis-Tipps an den Ständen

Bewundernde Blicke ziehen die Tiere der Kanin-Hop-Gruppe aus Salzwedel auf sich, die scheinbar mühelos über die Hindernisse springen. An den Ständen wird geschaut und gekauft. Tipps gibt es gratis. „Sie müssen den Weidenkorb öfter mal feucht machen“, rät Kathrin Kratschke-Lyga einer Besucherin. Denn das Naturmaterial wolle gepflegt werden. Dann halte es auch viel länger.

Statt der geplanten Kutschfahrt können Kinder auf dem Rücken der Pferde eine Runde über das historische Areal drehen, natürlich mit Führung. Die Musik der Brassband Stendalia sorgt für Kurzweil.

Die Bockwindmühle bleibt aus Sicherheitsgründen geschlossen – der Aufgang ist zu nass. „Die Tanzgruppe Deelenpetter hat leider kurzfristig abgesagt. Es waren zu viele Mitglieder krank geworden“, bedauert Museumsleiter Jochen Hofmann. Dennoch freut er sich, dass sich zahlreiche Besucher eingefunden haben. Diese genießen den Rundgang.