Salzwedel l „Das erste Trudeln war zu DDR-Zeiten“, sagte Organisator Bernd Scheider. 1989 hatte er es mit weiteren Ringern erstmals organisiert. Mittlerweile ist das Eiertrudeln im Goethepark zur festen Oster-Tradition geworden.

Von Salzwedel ins Erzgebirge

Etwa 100 Eiertrudeler und Gäste tummelten sich bei Kaiserwetter im Park. Dazu gehört auch Emil Konschak (2), der mit Mutter Janet, Großvater und Onkel und jede Menge gefärbter Eier die Piste inspizierte. „Ich bin mit Trudeln groß geworden“, erklärte seine Muter: „Meine Großmutter wohnt in Salzwedel. Ich hab als Kind auch schon mehrfach gewonnen“, sagte sie. Ihrem Mann aus dem Erzgebirge war diese Tradition fremd. Seit vier Jahren wird dort auch getrudelt. Sie brachte es dorthin.

Aber nicht aus dem Erzgebirge war die weiteste Anreise. Auch aus München kamen gebürtige Salzwedel und ließen nun ihren Nachwuchs an die Eier-Bahn. In diesem Jahr war es das 30. Eiertrudeln. „Deshalb haben wir auch eine gespendete Hüpfburg aufgebaut und bieten Getränke und Bockwürste an“, sagte Bernd Scheider. Zudem hatte er mit Freunden die Bahn samt Hindernissen und kleinen Toren präpariert.

Volksstimme-Biber

In seiner Garage war bis vor Kurzem für sein Auto kein Platz. Dort lagerten die Präsente für die Teilnehmer – alles Spenden. „Sogar aus Uelzen und Hildesheim“, freute sich der Organisator. Von einer Playstation über ein Fahrrad, E-Drumset und unzähligen Spielen und Kuscheltieren – wie auch der Volksstimme-Biber. Nur dass die Stadt für den Verkauf von Getränken 70 Euro kassierte, ärgerte ihn: „Wir machen das doch alles ehrenamtlich für die Kinder und nehmen keine Start-Gebühr.“ Vielmehr habe er gehofft, auch von der Stadt ein Präsent für die kleinen Trudler zu bekommen.

Die Sprösslinge hatten ohnehin ihren Spaß. 27 Mädchen und 22 Jungen gingen an den Start und schickten ihre Eier den Berg hinunter. Die besten fünf durften sich als erstes ein Präsent aussuchen, ehe sich alle Teilnehmer bedienen konnten. Zudem gab es den Wanderpokal für den Sieger und Medialen und Urkunden für die Zweit- und Drittplatzierten. Für jeden hatte Bernd Scheider etwas dabei. „Das ist ja gerade auch für sozial benachteilige Familien was“, sagte er, „so haben alle Kinder ein schönes Ostergeschenk“.