Salzwedel l Viele – Mitarbeiter und Weggefährten, Mitglieder des Salzwedeler Stadtrates und Kollegen – waren gekommen, um bei ihrem Abschied dabei zu sein, um sich für die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren zu bedanken. Denn Ende des Monats geht Gudrun Bubke nach 35 Jahren, davon mehr als 20 Jahre als Geschäftsführerin, bei der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Salzwedel (Wobau) in den Ruhestand. Künftig wird Christian Märtens (41) aus Pretzier die Geschicke der Wobau lenken.

1983 eingestellt

„Ich werde euch sehr vermissen“, sagte Gudrun Bubke und bedankte sich gleichzeitig bei den Mitarbeitern für die immer vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Wir sind ein gutes Stück Weg zusammen gegangen, haben gemeinsam manche Höhen und Tiefen erlebt“, sagte Bubke. Ein „offener und ehrlicher Erfahrungsaustausch“ habe auch mit anderen Gesellschaften bestanden. Durch die Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugenossenschaft „Stadt Salzwedel“ konnten bei Vertragsverhandlungen mit anderen Partnern „ein paar gute Deals gemacht werden“. Das Ausscheiden falle ihr schwer, denn „ich habe immer gerne gearbeitet“, sagte Bubke, die 1983 als Leiterin der Abteilung Bewirtschaftung eingestellt worden war.

„Das war keine einfache Aufgabe, die Sie da übernommen haben“, sagte Bürgermeisterin Sabine Blümel, zugleich Gesellschafterin und Mitglied des Aufsichtsrats der Wobau. Die Wohn- und Lebensbedingungen der Bürger gemäß der damaligen Planwirtschaft mit dem höchsten Nutzeffekt zu verbessern – das waren die Ziele. „Eine wahre Herkulesaufgabe“, sagte Blümel. Doch Gudrun Bubke habe in einer Zeit des Aufbruchs und der Neuorientierung nicht gezögert, sondern angepackt. Als Geschäftsführerin habe sie die Schulden konsequent abgebaut. Wirtschaftlich überlegtes und realistisches Haushalten haben dafür gesorgt, dass die Wohnungsbaugesellschaft mit Augenmaß wächst und die Kassenlage positiv aussieht, würdigte Blümel die Verdienste Bubkes. Unter deren Leitung sei verstärkt auf die Sanierung von Altbauobjekten gesetzt worden. 40 Häuser sind aufwendig saniert und modernisiert worden und dabei wurde auch Wert auf die Barrierefreiheit gelegt. Dass diese Wohnungen sowohl für Ältere als auch Behinderte oder für Familien mit Kindern geeignet sind, zeige Bubkes vorausschauende Planung. „Ihrem Fleiß, Ihrer Weitsicht und Ihrem Denken und Handeln ist es zu verdanken, dass die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft für die Zukunft gut aufgestellt ist“, machte Blümel deutlich und fasste zusammen: „Eine Institution geht aus einer Institution.“.

Generationswechsel

Stichwort Zukunft: Mit Bubkes Nachfolger Christian Märtens hat die Wobau einen Generationenwechsel eingeläutet. Der 41-jährige Pretzierer setzt auf ganzheitliche Unternehmensführung in der Wohnungswirtschaft. Er bescheinigte seiner Vorgängerin, wertvolle Aufbauarbeit nach der Wende geleistet zu haben. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken“, sagte Märtens, der zu seinem Team 21 Mitarbeiter einschließlich dreier Auszubildender zählt.

Die Wobau wurde am 1. Juli 1990 als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Salzwedel gegründet. In ihrem Bestand hat sie 2500 Wohn- und acht Gewerbeeinheiten. Dazu kommen 80 Garagen und 800 Stellplätze Damit ist die Gesellschaft der größte Vermieter in der Stadt.