Lohne l Der Stadtrat hat bei seiner jüngsten Sitzung nichtöffentlich dem Sponsoringvertrag mit dem Betreiber der Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in Lohn mehrheitlich zugestimmt. Darüber informierte Arendsees Vize-Bürgermeister Michael Niederhausen auf Nachfrage. Viel mehr wollte er aber noch nicht sagen. Denn der Vertragsabschluss ist erst mit den Unterschriften perfekt. Danach soll es weitere Informationen während eines Pressegespräches geben. Der Betreiber, eine Firma mit Sitz in Karlsruhe, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wie der Vize-Bürgermeister erklärt, gibt es aber bereits Pläne für ein erstes Investitionsprojekt, die er aber noch nicht konkretisieren wollte.

Sponsorengeld von Windradbetreiber

Darüber hinaus könnten weitere finanzielle Mittel für die Ortsteile der Einheitsgemeinde Arendsee genutzt werden. Wie solch eine Zusammenarbeit funktionieren kann, zeigt sich am Beispiel Höwisch. Der dortige Heimatverein erhält für das Umsetzen von Projekten Geld. Dieses kommt vom Betreiber eines Windparks ganz in der Nähe. Damit ließen sich zum Beispiel Willkommens-Schilder aus Holz, die an den Höwischer Ortseingängen stehen, realisieren. Eine feste Summe, 8000 Euro, stehen zudem alljährlich nur für Investitionen im Strandbad Arendsee zur Verfügung. Auch in die Region Fleetmark fließt durch den dortigen Windpark immer wieder Sponsorengeld.

In Lohne wird der Aufbau des großen Solarparks mit Interesse verfolgt, wie die Volksstimme von Einwohnern erfuhr. Dazu gehört aber auch die Frage, wohin die Steuergelder künftig fließen werden und ob die Einheitsgemeinde, zu der das Dorf gehört, überhaupt profitiert. „Ja“ antwortete Bürgermeister Norman Klebe grundsätzlich darauf. Zunächst aber nicht in vollem Umfang. Die Investitionen können abgeschrieben werden. Danach fließen die Steuereinnahmen anteilig an die Einheitsgemeinde und den Sitz des Betreibers, der sich in Karlsruhe befindet. Extra betrachtet wird das Sponsoring. Es handelt sich um einen freiwilligen Zuschuss.

Solarenergie statt Bauschuttdeponie

Die Lohner Anlage entsteht in einer einstigen Kieskuhle. Diese war in der Vergangenheit immer wieder Thema. Bei kommunalpolitischen Sitzungen in Arendsee genauso wie vor Ort. Während einer Einwohnerversammlung 2017 wurden die Pläne öffentlich gemacht. Die Lohner sind erleichtert, dass sich damit die Idee, eine Bauschuttdeponie an dem Standort zu errichten, erledigt hatte. Die Grundstücksfläche beträgt 13,5 Hektar. Die Anlage besteht aus Modulen, mit denen Solarenergie erzeugt werden kann. Dieses wird dann ins öffentliche Netz eingespeist. Eine jährliche Leistung von etwa zehn Millionen Kilowattstunden wurden bei öffentlichen Verstaltungen genannt.

In den vergangenen Jahren galt es, etliche rechtliche Grundlagen zu legen. Dazu gehört unter anderem ein Flächennutzungsplan. Dieser ist auf der Internetseite www.arendsee.de einsehbar und beinhaltet auch einen Rückblick. Demnach erfolgten erste Untersuchungen zum Abbau von Kiessand 1981. Die geplanten Abbaumengen konnten aber nicht erreicht werden und 2010 war eine wirtschaftliche Betriebsweise des Tagebaues nicht mehr gegeben. Der Abbau ruhte. In Zukunft wird die Fläche in Form der Freiflächen-Photovoltaik-Anlage wieder genutzt und Solarstrom erzeugt.