Coronavirus

Polizei im Altmarkkreis Salzwedel warnt vor gefälschten Impfausweisen

Impfausweise sind das neue Ticket in die Freiheit. Das Landeskriminalamt und die Polizei im Altmarkkreis Salzwedel warnen davor, Fälschungen zu nutzen.

Von Antje Mewes und Alexander Rekow
So wird eine vollständige Impfung gegen Covid-19 in einem Impfausweis abgebildet.
So wird eine vollständige Impfung gegen Covid-19 in einem Impfausweis abgebildet. Foto: Jörg Schulze

Salzwedel - Ohne Test zum Friseur oder ins Restaurant und endlich mal wieder verreisen, vielleicht sogar ins Ausland. Für alle komplett gegen Covid-19 Geimpften und von der Erkrankung Genesene kann das bald Realität sein, wenn die Inzidenz weiter sinkt und Lockerungen möglich sind. Aber was ist mit jenen, die noch nicht dran gekommen sind oder Bedenken gegen das Impfen haben? Da bleiben nur Geduld und die inzwischen vielfältig vorhandenen Testmöglichkeiten. Einigen Zeitgenossen scheint das nicht zu reichen, sie besorgen sich gefälschte Impfpässe, wie das Landeskriminalamt Anfang der Woche warnte. Gastwirte und Dienstleister, die verdächtige Papiere vorgelegt bekommen, sollten die Polizei rufen, empfehlen die Beamten des LKA.

Aber wie soll ein Laie erkennen, dass der Impfpass und sein Inhalt selbst gebastelt sind? Und wie kann jemand nachweisen, dass er Corona positiv getestet war?

„Als Genesener gilt derjenige, bei dem der positive Test mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate zurückliegt“, erklärt Kreissprecherin Birgit Eurich. Um das nachzuweisen gilt der Quarantänebescheid des Gesundheitsamtes aus dem hervorgeht, wann die Infektion festgestellt wurde.

Angaben erforderlich

Beim Impfausweis wird es komplizierter: Die Nachweise sind zusammen mit einem Personalausweis oder einem Dokument mit Passbild vorzulegen. Im Impfpass müssen die entsprechenden Impfungen mit Datum, dem Stempel und der Unterschrift des Arztes sowie der Chargennummer des Impfstoffes nachzulesen sein.

Wer ohne Impfausweis zur Impfung komme, erhalte von den Mitarbeitern des Impfzentrums eine „Ersatzbescheinigung“. Sie müsse ebenfalls alle der genannten Angaben enthalten, betont die Kreissprecherin.

Ersatzbescheinigung möglich

Wer beim Impfzentrum seinen Impfpass als verloren meldet, bekommt auch eine Ersatzbescheinigung mit der Unterschrift des Leiters des Impfzentrums ausgestellt. Natürlich könne nicht jeder dort vorbeikommen und behaupten, seinen Ausweis mit der eingetragenen Corona-Impfung verbummelt zu haben. Es werde genauestens geprüft, ob und wann derjenige seine Immunisierung gegen das Virus erhalten hat.

Im Zuständigkeitsbereich des Salzwedeler Polizeireviers sind bislang keine Fälle von Mogelei mit Impfausweisen angezeigt worden, erklärt dessen Sprecherin Franziska Hotopp auf Anfrage. Allerdings verhinderten Inzidenzwerte von mehr als 100 bislang eine Öffnung der Gastronomie und Einzelhandels. Deshalb befürchten auch die Mitarbeiter des LKA, dass bald mehr Fälschungen auftauchen.

„Im Fall von gefälschten Impfpässen können die Straftatbestände Urkundenfälschung oder Fälschung von Gesundheitszeugnissen vorliegen“, betont die Polizeisprecherin. Wobei sowohl das Nachahmen als auch der Besitz der unechten Dokumente unter Strafe stehen.

Papiere nicht ins Netz stellen

Wenn der Verdacht einer Fälschung bestehe, sollte die Polizei informiert werden. Zudem sei davon abzuraten, Bilder von Impfpässen in sozialen Netzwerken zu verbreiten. Die Täter nutzen die Daten – wie die abgebildete Chargennummer des Impfstoffes oder die Anschrift – um die Fälschungen möglichst originalgetreu aussehen zu lassen.

„Angebote oder Anzeigen von gefälschten Impfausweisen im Internet sollten der Polizei und auch dem Netzwerkbetreiber gemeldet werden“, rät die Salzwedeler Polizeibeamtin.