Feuerwehr

Premiere in Sachsen-Anhalt: Zehntklässler werden in Arendsee zu Feuerwehrleuten ausgebildet

Grundlagen, um im Ernstfall direkt helfen zu können, werden derzeit innerhalb der Ganztags- und Gemeinschaftsschule Theodor Fontane gelegt. Zehntklässler erlernen Feuerwehrarbeit. Dieses Projekt ist in Sachsen-Anhalt einmalig.

Von Christian Ziems
Mit Abstand und Masken sowie negativ getestet: Die Zehntklässler wurden  in der Turnhalle auf ihre Feuerwehrausbildung eingestimmt.  Bis zu den mündlichen Prüfungen sollen sie diese möglichst erfolgreich abschließen.
Mit Abstand und Masken sowie negativ getestet: Die Zehntklässler wurden in der Turnhalle auf ihre Feuerwehrausbildung eingestimmt. Bis zu den mündlichen Prüfungen sollen sie diese möglichst erfolgreich abschließen. Foto: Christian Ziems

Arendsee - Tätigkeiten in Kinder- und Jugendfeuerwehren sowie später als Erwachsene weitere Ausbildungen, damit bei Einsätzen jeder Handgriff sitzt – dies ist ein bewährter Weg. In der Arendseer Ganztags- und Gemeinschaftsschule Theodor Fontane wird erstmalig in Sachsen-Anhalt als Ergänzung dazu noch ein anderer Pfad beschritten: Zehntklässler begannen ihre Truppmann-Ausbildung. Dies ist eine Voraussetzung, um dann später als Erwachsene im aktiven Dienst bei Freiwilligen Feuerwehren helfen zu können.

Ein Versuch, Nachwuchs zu gewinnen

Da dort immer Nachwuchs gesucht wird, bekommt die Bildungsstätte Unterstützung von vielen Ehrenamtlichen. Arendsees Gemeindewehrleiter Hans-Joachim Hinze hilft in einem erfahrenen Team. Es besteht zudem aus Ralf Tröster (Gemeinde-Gerätewart) Christian Förster (Ortswehrleiter Kaulitz), Tabea Schumacher (Stadtjugendwartin), Marek Weiß (Zugbereichsleiter), Robert Katke (Ortswehrleiter Arendsee), Jasmin Scheffler (Ortswehrleiterin Ziemendorf) und Heiko Schulz (Ortswehrleiter Kerkau). Auch Chris Roemer bringt sich bei der Ausbildung mit ein.

Sie teilen sich die Aufgaben, nutzen dafür ihre Freizeit beziehungsweise wurden von Arbeitgebern, wie der Einheitsgemeinde Arendsee, freigestellt. Schuldirektor Thomas Schlicke gab den Jugendlichen mit auf den Weg, dieses Engagement zu würdigen. Sie haben die Chance, die Grundlagen der Feuerwehrarbeit innerhalb von zwei Wochen während der regulären Unterrichtszeit zu lernen. Am Ende gibt es eine Prüfung. Wenn diese bestanden wird, können die jungen Frauen und Männer später in Freiwilligen Feuerwehren aktiv sein. Dies muss natürlich nicht unbedingt direkt innerhalb der Einheitsgemeinde Arendsee sein – gewünscht wird es aber.

Ehrenamtliche und Schüler als Team

Die Ausbildung begann am Dienstag in einzelnen Gruppen mit viel Theorie. Weiter geht es dann mit der Praxis. Dazu gehört zum Beispiel folgendes Wissen: Wo befindet sich auf den Feuerwehrfahrzeugen welches Gerät und wie wird es fachgerecht eingesetzt? Das Arendseer Gerätehaus kann als Ausbildungsstätte genutzt werden. Neben der vielen Erfahrung im Feuerwehrdienst werden weitere persönliche Erkenntnisse mit eingebracht. So hat zum Beispiel Jasmin Scheffler vor ihrer Tätigkeit im Arendseer Bauamt etliche Jahre im Sanitätsdienst der Bundeswehr gearbeitet.

Wie Thomas Schlicke im Gespräch mit der Volksstimme erklärte, wurde der jetzige Zeitraum für die Truppmann-Ausbildung mit Bedacht gewählt. Es handelt sich um die Phase zwischen den bereits absolvierten schriftlichen Prüfungen und der mündlichen Prüfung. Diese Unterrichtszeit soll so sinnvoll wie möglich gestaltet werden.

Die zweiwöchige Grundausbildung wird mit einer Pause innerhalb von drei Wochen absolviert. Dabei soll es nicht nur um das ernsthafte Erlernen von Handgriffen und Abläufen, die im Ernstfall Leben retten können, gehen, sondern natürlich auch Spaß und Abwechslung bringen. Dies betonnte das Ausbildungsteam bei der Begrüßung mehrfach. 25 junge Frauen und Männer hörten aufmerksam zu. Insgesamt 29 Zehntklässler gibt es in der Bildungsstätte, einige fehlten entschuldigt, weil sie zum Beispiel ein Vorstellungsgespräch für die künftige berufliche Ausbildung hatten. Am Ende der Feuerwehrausbildung wird sich zeigen, wie viele junge Menschen die Voraussetzungen erfüllen. Dieses Projekt könnte im nächsten Jahr in Arendsee erneut mit Zehntklässlern wiederholt und zur Tradition werden.