Niephagen/Wallstawe/Stendal l Sicher ist, dass die Bauarbeiten in diesem Jahr nicht mehr beginnen werden und der Engpass auf unbestimmte Zeit erhalten bleibt. Mit Kosten von rund 490.000 Euro hatte die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (LSBB), Regionalbereich Nord, für den Bau einer neuen Brücke auf der Landesstraße 8 bei Niephagen gerechnet. Und wäre alles nach Plan gelaufen, dann wären im Juni die Arbeiter angerückt. Nach zehn Kalenderwochen hätte das Projekt abgeschlossen sein können.

Baubeginn frühestens im Frühjahr

Hätte, hätte, Fahrradkette. Die Realität sieht anders aus: „Mit dem Neubau der Brücke wird in diesem Jahr nicht mehr begonnen“, sagt Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (LSBB), Regionalbereich Nord. Man wolle auf keinen Fall eine Baustelle beginnen, die dann im Winter ruht. „Das ist nicht unsere Absicht.“ Im besten Fall könnten die Arbeiten Ende des Jahres ausgeschrieben und im „zeitigen Frühjahr 2019“ mit der Umsetzung begonnen werden.

Das Problem im Zusammenhang mit dem notwendigen Brückenbau liegt an der Umleitung des Verkehrs während der Baumaßnahme. Die Beteiligten konnten sich bislang nicht auf eine Strecke einigen. Aus Sicht der naturschutzrechtlichen Belange scheint eine örtliche Umfahrung entlang der Baustelle auf der südlichen Seite auszuschließen. Auf der nördlichen Seite stehen bautechnologische und verkehrsorganisatorische Aspekte dagegen, hatte Krüger bereits im Januar deutlich gemacht.

Bei Umleitung bislang keine Einigung in Sicht

Die LSBB favorisiert eine Umleitung ab Eversdorf über Klein Gerstedt, Osterwohle, Henningen und Langenapel zurück zur Landesstraße 8. Diese Möglichkeit findet bis heute keine Akzeptanz. Offenbar fürchten die anliegenden Orte eine höhere Verkehrsbelastung durch eine Umleitung bei Vollsperrung des Straßenbereichs.

Deshalb wurde laut Krüger der Planer damit beauftragt, einen Brückenneubau bei gleichzeitiger halbseitiger Sperrung der Straße zu prüfen. Der Verkehr soll dann mit einer Ampelanlage geregelt werden. „Das ist deutlich schwieriger, dauert länger und ist teurer“, sagte Krüger auf Nachfrage der Volksstimme, ohne die Summe, um die es dabei geht, genauer beziffern zu können. Jedenfalls müsse – sobald die Mehrkosten vorliegen – geprüft werden, ob die Differenz zum ursprünglichen Plan zu vertreten ist und überhaupt noch wirtschaftlich ist.

Dass die Arbeiten durch eine halbseitige Sperrung deutlich länger dauern werden, steht für Krüger fest. Er geht von „mindestens einem halben Jahr“ aus. Sollten die dadurch entstehenden Mehrkosten zu hoch sein, dann müssten sich alle noch einmal an einen Tisch setzen und eine einvernehmliche Lösung suchen. Kann die allerdings nicht gefunden werden, ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass auch Umleitungsvarianten umgesetzt werden, die nicht von allen Beteiligten getragen werden.

Der Neubau der Brücke ist notwendig geworden, weil an der Gewölbebrücke aus dem Jahr 1900 vereinzelte Risse und Ausbrüche an den Bogenstirnseiten festgestellt wurden. Um die Schadensentwicklung auf ein Minimum zu reduzieren, ist die Fahrbahnbreite verringert worden.

Deshalb soll die Brücke durch einen Rahmendurchlass mit einer lichten Weite von 1,95 Metern ersetzt werden. Eine grundhafte Instandsetzung des Bauwerkes ist in der Vergangenheit ebenfalls untersucht worden, aber aus wirtschaftlichen Gründen als nicht zu vertreten eingestuft worden.