Salzwedel l Schon vor einiger Zeit hatte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf einer Karte Formationen eingezeichnet, die bei der Suche nach einem Endlager interessant sein könnten, darunter auch der Salzstock bei Waddekath.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Inzwischen gehört die Suche nach einem Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle zu den Aufgaben der 2016 gegründeten Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Die Sondierung „soll in einem wissenschaftsbasierten und transparenten Verfahren in Deutschland erfolgen“, erklärte die Pressesprecherin der BGE Monika Hotopp auf Anfrage der Volksstimme. Und ergänzt: „Dabei soll von einer ‚weißen‘ Landkarte ausgegangen werden.“ Zu jeder Zeit sei eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen.

Der Suchprozess wurde im September 2017 offiziell gestartet. Derzeit befinde sich die BGE dabei in der ersten Phase. Hottopp: „Konkret bedeutet dies, dass wir für das gesamte Bundesgebiet geowissenschaftliche Daten bei den Bundes- und Landesbehörden abgefragt haben und alle Gebiete im Hinblick auf die Eignung zur Einlagerung radioaktiver Abfälle überprüfen werden“. Das Ziel sei, einen Standort zu finden, der die bestmögliche Sicherheit für eine Million Jahre bietet.

Ausschlusskriterien seien beispielsweise Zonen, in denen Erdbeben zu erwarten sind, in denen es aktive geologische Störungen im Untergrund gibt und wo Bodenschätze gefördert werden oder wurden.

Mindestanforderungen

Für nicht ausgeschlossene Areale prüfe die BGE, ob die gesetzlichen Mindestanforderungen für die Endlagerung erfüllt sind. „Das Endlager soll in einer Tiefe unterhalb von 300 Metern liegen“, erklärt sie. Eine mindestens 100 Meter starke Schicht aus Salz- oder Tongestein müsse vorliegen und die hochradioaktive Abfälle umgeben können.

Gebiete, die nach Auffassung der BGE für eine Einlagerung geeignet sind, werden im sogenannten „Zwischenbericht Teilgebiete“ veröffentlicht und entsprechend der gesetzlichen Grundlagen mit der Öffentlichkeit diskutiert. Dies sei für das Jahr 2020 vorgesehen. Der Bericht soll für alle Bürger zugänglich sein. Über die weitere Erkundung entscheide anschließend der Bundestag.

Derzeit könnten noch keine Aussagen über einzelne Gebiete getroffen werden, auch nicht über den Altmarkkreis. Wenn es dazu Karten gebe, enthielten altes Datenmaterial, dass keine Grundlage für die weitere Suche darstelle.

Die Initiative „ausgestrahlt“ sieht das anders und geht davon aus, dass die vor 2017 bereits ausgewiesenen möglichen Standorte auch weiter präferiert würden.

Bundesländer weigern sich

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg hat erfahren, dass der Zeitplan zur Endlagerung hochradioaktiver Abfälle schon jetzt in Verzug gerät. „Einige Bundesländer weigern sich, der zuständigen Behörde die notwendigen geologischen Daten zu liefern“, erklärt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Außerdem fehle immer noch eine gesetzliche Grundlage, um die Bohr- und Erkundungsergebnisse von Privatunternehmen für die Endlagersuche nutzen zu können.

Das alles habe erhebliche Folgen für die Dauer der Zwischenlagerung der hochradioaktiven Abfälle in Gorleben, warnt die Bürgerinitiative. Die zentralen Forderungen von Umweltverbänden und Initiativen lauten deshalb, dass sich alle Sicherheitsnachweise in Neugenehmigungen auf eine Größenordnung von 100 Jahren Zwischenlagerung beziehen sollten.

Vor allem die Lagerhallen in Ahaus und Gorleben stehen im Fokus der Kritik, weil die Bauten keinen zusätzlichen Schutz gegenüber der Einwirkung Dritter, wie zivile Unfälle oder terroristische Anschläge bezeichnet werden, bieten, betont Wolfgang Ehmke.