Salzwedel l Vor 50 Jahren – am 17. August 1969 – wurde die Erdgasförderung in der Altmark aufgenommen. Zuvor hatte die erste Bohrung Peckensen 4 genug Gasvorkommen für eine wirtschaftliche Nutzung gezeigt. Der heutige Betreiber des Feldes, Neptune Energy, nutzte diesen Anlass zum Feiern.

Das Förderjubiläum wurde am Sonnabend auf dem Gelände der Zentralstation von Neptune Energy in Steinitz gefeiert. Unter den knapp 100 Gästen waren viele ehemalige und aktuelle Mitarbeiter, die, so schreibt das Unternehmen, einen wesentlichen Anteil an dieser historischen Leistung hatten und noch haben.

Ein bewegter Zeitraum

Der Geschäftsführer von Neptune Energy in Deutschland, Dr. Andreas Scheck, sagte bei der Begrüßung über diesen besonderen Jahrestag: „Diese 50 Jahre waren ein sehr bewegter Zeitraum. Dennoch ist die Altmark immer eine beständige und verlässliche Erdgasförderregion gewesen und trägt auch heute noch mit einem großen Anteil zu unserer Produktion bei.“

Olaf Meining überbrachte als Vertreter der Hansestadt Salzwedel Glückwünsche zum Jubiläum, bevor Wolfram Ringleb, Vorsitzender des Traditionsvereins Erdöl-Erdgas, einen Streifzug durch fünf Jahrzehnte Erdgasförderung in der Altmark unternahm.

Unterstützung für Wehrnachwuchs

Anlässlich des Jubiläums fördert Neptune Energy die Kinder- und Jugendfeuerwehren der Hansestadt Salzwedel mit einer Spende in Höhe von 2500 Euro. Der für die Region zuständige Distriktleiter Jörg Viole überreichte gemeinsam mit der örtlichen Betriebsleiterin Kerstin Todte symbolisch ein Spielzeugfeuerwehrauto an Olaf Meining, stellvertretender Bürgermeister. „Dort, wo wir tätig sind, bringen wir uns auch unterstützend ein. Die Arbeit der Feuerwehren ist überall von großer Wichtigkeit und daher besonders fördernswert“, sagte Jörg Viole.

Doch zurück zur Geschichte: Nach dem Fund im Jahre 1968 wurden in weniger als zwölf Monaten die erste Förder- und Aufbereitungsstation sowie eine Leitung fertig gestellt. Für die Erkundung, Suche, Produktion und Beobachtung teuften die Erdgaskumpel in der Folge mehr als 600 Bohrungen in der Region ab. Damit konnte zu den Spitzenzeiten in den 1980er Jahren der Erdgasverbrauch in der ehemaligen DDR zu fast 35 Prozent gedeckt werden.

Perspektiven für weitere Förderung

Das Erdgas wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor und prägte das Leben in der Stadt Salzwedel und ihrer Umgebung in rasantem Tempo: Tausende von Menschen kamen, wurden ausgebildet, siedelten sich mit ihren Familien an. Es entstanden im Laufe der Zeit neue Straßen, Wohnungen, Geschäfte sowie kulturelle und sportliche Einrichtungen, heißt es rückblickend.

Trotz der Tatsache, dass heute rund 80 Prozent des ursprünglich in der Lagerstätte vorhandenen Erdgases ausgefördert worden seien, prüft Neptune Energy regelmäßig die Möglichkeiten für eine Weiterführung der Förderung. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben heute noch rund 70 Mitarbeiter an den Standorten Steinitz und Salzwedel, zuständig für Produktion und den Rückbau von nicht mehr genutzter Infrastruktur.

Verantwortung für Rückbau

„Auch in Zukunft möchten wir in der Altmark noch Erdgas fördern. Wir übernehmen aber auch Verantwortung für den ordnungsgemäßen Rückbau bergbaulicher Anlagen wie Leitungen oder spezielle Projekte wie im Falle der Deponie Brüchau“, erklärt Scheck bei der Feierstunde in Steinitz weiter.

Seit Beginn der Produktion vor 50 Jahren wurden laut Neptune Energy in der Region etwa 212 Milliarden Kubikmeter altmarkspezifisches Erdgas aus dem Feld gefördert – in 2018 waren es noch rund 375 Millionen Kubikmeter.