Salzwedel l Die Farbe blättert ab, das Stadtwappen ist kaum noch zu erkennen, die Figuren sind schwarz angelaufen und auch die große Turmuhr, hat ihre besten Jahre längst hinter sich. Der Rathausturm ist kein Aushängeschild mehr für die Stadt und das, obwohl sich die Touristinformation zu seinen Füßen befindet, von dort aus kann der Turm bestiegen werden und bietet eine imposanten Ausblick über die Stadt. Nicht nur für Touristen ist er ein trauriger Anblick – auch Einheimische sehnen sich ein Sanierung herbei. Und das nicht erst seit Kurzem. Schon seit 2014 und davor erhält die Volksstimme immer wieder Leserzuschriften und -anrufe, die den Zustand des historischen Gemäuers beklagten.

2017 gab es in der Stadtverwaltung Überlegungen, sich des Themas ernsthaft anzunehmen. Im Haushaltsentwurf war für 2018 eine niedrige sechsstellige Summe für die Instandsetzung geplant. Umgesetzt wurde das Vorhaben nicht.

Geld im Etat

Nun steht erneut Geld dafür im Etat - 200.000 Euro. Ein Haushaltsrest aus 2018 wurde gebildet, „der vorrangig für die Sanierung des Rathausturms genutzt werden soll“, erklärt Stadtsprecher Andreas Köhler auf Anfrage der Volksstimme. Geplant sei die Neugestaltung der Fassade, der Balustraden und Konsolen. Außerdem sollen Teile der Dacheindeckung und der Dachrinne instand gesetzt werden. Wann die Arbeiten beginnen und wann damit zu rechnen ist, dass das Wahrzeichen in neuem Glanz erstrahlt, war trotz konkreter Anfrage nicht zu erfahren.

Die beiden Adler, die bis zur Sanierung des Gebäudes auf einem Vorbau des Rathausturms thronten, sollen in ihren Horst. Werbegemeinschaftschef Jost Fischer konnte eine der Figuren gerade noch aus einem Bauschuttcontainer retten. Eine Künstlerin will unter Zuhilfenahme des schon recht ramponierten Vorbildes zwei Gießformen erstellen. Fischer erwartet in den nächsten tagen einen Kostenvoranschlag dazu und hofft, dass sich Sponsoren und private Spender finden, um das Vorhaben umzusetzen.

Der Rathausturm ist nicht die einzige für dieses Jahr geplante Instandsetzung an städtischen Denkmälern. Dafür sind weitere 20 .000 Euro im Etat vorgesehen. Vorrangig sind Sicherungsmaßnahmen vorgesehen, so am Steintor. Die Rekonstruktion der Stadtmauer im Bereich der Neuperverstraße ist bereits in Auftrag gegeben.