Arendsee l Sperrmüll: Diese Entsorgungform sorgt seit Jahren rund um den Arendsee für Ärger. Vor einigen Wochen war es wieder soweit, verschiedene Wohnungs- und Gartenutensilien wurden rausgestellt – aber längst nicht alles abgeholt. Ein großer Haufen Unrat liegt derzeit im Bungalowgebiet nahe der Lüchower Straße. Gäste der Kurklinik, die den Weg als Abkürzung zur Innenstadt nutzen, müssen an alten Reifen vorbei und bekommen einen ersten Müll-Eindruck vom Luftkurort. Über Sperrmüll und die jetzige Entsorgungform mit zwei Touren pro Jahr wurde auch im Arendseer Stadtrat gesprochen. Bürgermeister Norman Klebe machte deutlich: Der Altmarkkreis wird an der jetzigen Form festhalten.

Trockene Äste sorgen für Gefahr von oben

Wer weiter vom Sperrmüllhaufen in Richtung See unterwegs ist und den Weg von der Badestelle „Quelle“ hoch zur Ecke Amtsfreiheit nimmt, entdeckt schnell Gefahr von oben. Trockene Äste hängen direkt über der Piste, die als Bestandteil des Altmarkrundkurses für Touristen ausgeschildert ist. Bei einem Pressetermin Ende Juni hieß es: Die Äste werden beseitigt. Aber noch immer hängen einige in der Luft.

An der Amtsfreiheit, Ecke Salzwedeler Straße, steht eine Litfaßsäule, an der Papierfetzen herunterhängen. Auf den unschönen Anblick verwies Stadtrat Matthias Goyer während der jüngsten Sitzung. Die Verwaltung will mit der zuständigen Firma, die ihren Sitz in Perleberg hat, sprechen.

Unweit der Säule am Seeufer befindet sich nahe des Klosters ein Steg. Dieser ist auf Grund des instabilen Materials nur zum Teil aufgebaut. Ein Teil liegt am Seeufer. Während des Bauausschusses am 8. September wurde von der Kommunalpolitik gefordert, diese Konstruktion dort wegzuräumen. Sie verkommt immer mehr zu einem Mülleimer, Abfall wird in die Ritzen gesteckt. Veränderungen gab es bislang keine.

Der Seeweg führt von dort weiter in Richtung Gustav-Nagel-Areal und kurz dahinter gibt es eine familienfreundliche Treppenanlage, die auch mit Kinderwagen benutzt werden kann. Der Gustav-Nagel-Weg, der bis zur Friedensstraße führt, wächst allerdings zum Teil zu. Stadtrat Thomas Schlicke sieht den Privatbesitzer in der Pflicht zu schneiden. Die Verwaltung soll sich kümmern, wie im Stadtrat deutlich wurde.

Erholung getrübt

Neben dem Seeweg gibt es mehrere Stadtwälder. Dort ist ebenfalls Erholung möglich. Allerdings wird sie auch hier durch Müll getrübt. Ein Beispiel ist das Waldstück von der Seehäuser Straße in Richtung Genzien. Auf der linken Seite befindet sich ein kleines Rondell. Dabei handelte es sich einst um einen Rastplatz, der immer mehr zum Abfallplatz wird. Um die zusammengebrochene Sitzgelegenheit liegen unter anderem Gläser, teils gefüllt mit Lebensmitteln, Reste eines Bodenbelages und ein Leitpfosten, der normalerweise an Straßenrändern steht.

Zurück zum Seeweg: Dort stehen Behälter mit Hundekottüten. Laut Bauamtsleiterin Monika Günther werden diese je nach Bedarf einmal die Woche aufgefüllt. Es seien aber auch schon Kinder beobachtet worden, die im Auftrag der Eltern die Tüten holen sollten, damit sie für andere Zwecke genutzt werden können.

Ebenfalls am Uferbereich befindet sich der Schilfgürtel. Dieser steht unter Schutz, aber nicht jeder Passant respektiert dies. So liegen im Bereich der „Pferdeschwemme“ leere Glasflaschen zwischen den Pflanzen. Ein Papierkorb fehlt an dieser Stelle. Wie Einheimische gegenüber der Volksstimme erklärten, fehlen solche Eimer auch im Abschnitt zwischen Festwiese „Bleiche“ und dem Waldstück am Ende des Strandbades. Nahe der Festwiese halten sich immer wieder Campingfreunde auf. Kommunalpolitiker beobachteten überfüllte Papierkörbe und schlugen im Sommer der Verwaltung vor, Schilder anzubringen. Diese sollten auf Entsorungsmöglichkeiten im Bereich des städtischen Campingplatzes verweisen. Doch noch hängt kein Schild.

Erben kennen Arendseer Grundstück nicht

Handlungsbedarf sieht Matthias Goyer mit Blick auf Gebäude. Er verwies auf den schlechten Eindruck, den Gäste bekommen, wenn sie das unschöne Objekt an der Kleingartenanlage zwischen Seeadler-Kreuzung und Bahnhofstraße sehen. Bürgermeister Norman Klebe ist es gelungen, eine Erbengemeinschaft ausfindig zu machen. Diesen sei der Zustand des Grundstücks bislang nicht bekannt gewesen, es soll einen Vor-Ort-Termin geben.

Störend wirkt zudem ein mit Planen versehenes Haus direkt gegenüber vom Strandbad (Campingplatz). Es soll versucht werden, über den Pachtvertrag auf den Privatbesitzer einzuwirken, wie Norman Klebe deutlich machte.