Sie spielen eine Gerichtszeichnerin im Kinofilm „Der Fall Collini“, der erst seit einigen Tagen über die Leinwand flimmert. Wie kamen Sie zu dieser Rolle?

Ursprünglich wurde ich für den Film „Der Fall Collini“ über die Agentur „Filmgesichter“ als Komparsin angefragt. Als die Caster mitbekamen, dass ich Portraits zeichne, was ich auf meinem Profil angab, wurde ich gefragt, ob ich eine Kleindarstellerrolle als Gerichtszeichnerin übernehmen würde. Ich sagte sofort zu. Nun musste nur noch die Regie zustimmen. Die Regie wollte einige meiner Zeichnungen sehen. Nachdem ich sie vorzeigte, wurde ich glücklicherweise gebucht.

Welche Schauspieler durften Sie beim Dreh kennenlernen? Wer hat Sie am meisten beeindruckt und warum?

Ich durfte Schauspieler wie Elias M‘Barek, Heiner Lauterbach, Rainer Bock, Franco Nero, Alexandra Maria Lara, Tara Fischer, Pia Stutzenstein und Hannes Wegener erleben. Am meisten beeindruckt hat mich Rainer Bock: Ich fragte ihn nach einem gemeinsamen Foto mit mir. Der Moment war für ihn gerade ungünstig. Er sprach mich später von sich aus an, ob er ein Foto mit mir dürfe. Da fühlte ich mich geehrt. Einige am Set guckten verwundert und sprachen mich darauf an. Ich klärte dann auf, dass ich ihn zuvor fragte. Ich erlebte ihn als aufgeschlossenen authentischen Menschen, der auf dem Boden geblieben ist, sehr sympathisch.

Wo und wie lange waren Sie bei den Dreharbeiten dabei?

Die Dreharbeiten fanden in Berlin statt. Ich war im September des Vorjahres für über eine Woche dabei.

Worum geht es in dem Film?

In „Der Fall Collini“ geht es um einen Angeklagten (Collini, gespielt von Franco Nero), der einen Menschen auf brutalste Weise ermordete. Dieser Fall findet Entsetzen bei allen Beteiligten. Der unerfahrene Verteidiger (Caspar Leinen, gespielt von Elias M‘Barek) hat keine leichte Aufgabe, da Collini schweigt. Das Ende ist traurig, und ich empfinde sogar Mitleid mit Collini. Da ich das Ende direkt während der Dreharbeiten erfuhr, war es für mich vor Ort sogar emotional. Der Kinofilm wird der Bezeichnung Drama/ Thriller gerecht.

Welche Gedanken gingen Ihnen durch den Kopf, als Sie den Film auf der Leinwand gesehen haben?

Ich habe den Film noch nicht komplett gesehen. Sobald ich in Deutschland bin, werde ich ihn mir zeitnah ansehen. Ich habe jedoch Bildmaterial geschickt bekommen und mich gefreut, dass alle gedrehten Szenen genommen wurden. Denn was am Set gedreht wird, kommt erst in den Schnitt, und da wird manchmal ganz schön aussortiert. Ich bin stolz auf mich.

Sie sind studierte Diplomsozialpädagogin, haben aber auch eine künstlerische Ader. Im Vorjahr haben Sie Ihre Arbeiten im Kloster Arendsee ausgestellt. Wie sind Sie zum Malen gekommen?

Es gab einen Punkt in meinem Leben, an dem ich mich fragte, was ich im Leben denn wirklich will. Die Antwort ist, mehr Zeit mit Dingen zu verbringen, die ich gerne tue. Dazu gehört unter anderem das Malen. Also intensivierte ich das.

Überhaupt Kunst: Sie sind vielseitig unterwegs. Welche Aufgabe haben Sie in Til Schweigers neuem Kinofilm „Head full of Honey“?

In dem Film spiele ich ein Lichtdouble von Sophie-Lane Nolte. Sie ist die Tochter des US-amerikanischen Schauspielers Nick Nolte (bekannter Film: „48 Stunden“) und spielt Tilda. Als Double hatte ich direkten Kontakt mit Familie Nolte und Til Schweiger, der mir als Regisseur Anweisungen gab. Das war aufregend für mich.

Auch im neuen Musikvideo von Rammstein spielen Sie mit. Wen verkörpern Sie da? Und wie war die Arbeit mit den Schockrockern?

In Rammsteins neuem Musikvideo „Zeig Dich“ verkörpere ich eine Nonne. Die Arbeit am Dreh war entspannt und aufregend zugleich. Es fühlte sich für mich wie ein Livekonzert an. Ich als Nonne sitzend in der ersten Reihe einer Berliner Kirche, und Rammstein gab vor mir ein Konzert:). Rammstein ist bekannt für kontroverse Szenen, dieses Motto wird zu 100 Prozent umgesetzt.

Inwieweit trifft Rammstein Ihren Musikgeschmack?

Rammstein trifft weniger meinen Musikgeschmack. Aber die Jungs sind ganz symphatisch.

Auftritte hatten Sie bei Frank Zanders Obdachlosenfest und beim Berliner Presseball. Wie haben Sie da für gute Stimmung gesorgt?

Bei Frank Zanders Obdachlosenfest, beim Berliner Presseball und bei der Fashion Week war ich zum einen privat und zum anderen, um für gute Stimmung zu sorgen. Letzteres tat ich, indem ich verkleidet als Schutzengel unterwegs war. Ich stand Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, den Wheather Girls, DSDS-Gewinnerin Annemarie Eilfeld, Dieter Hallervorden und vielen weiteren prominenten Gästen für ein Foto zur Verfügung.

Und auch im Fernsehen sollen Sie zu sehen sein. Wo genau?

Ich bin bei GZSZ mit Sprechrollen dabei oder auch in Form von Virtual Reality bei Timeride Dresden mit der Hauptrolle als Zofe. Die Hauptrolle der Freiheitskämpferin spiele ich in dem Kurzfilm „Widerstand“. Ansonsten husche ich mal kurz durchs Bild bei den Kinofilmen „Die Känguru Chroniken“, „Rate your Date“, der Netflix-Serie „The Inner Circle“, „Schwartz & Schwartz 2“, „Letzte Spur Berlin“, „Der Bulle und das Biest“, „Alles oder Nichts“. Fernsehwerbungen (für Produkte aus verschiedenen Bereichen) sind weitere meiner Referenzen. Rollen, bei denen ich länger zu sehen bin, mache ich lieber.

Das klingt alles so, als wenn Ihr Leben ein Traum ist. Welchen Traum wollen Sie sich in nächster Zeit erfüllen?

Das klingt tatsächlich wie ein Traum. Nach dem Motto „Wish it, Dream it, Do it“ lebe ich mein Leben in meinem Traum. Guckt man hinter die Kulissen, steckt sehr viel Energie dahinter: Zusammenarbeit mit meiner Agentur, aktuelle Fotos und Demobänder erstellen, Bewerbungen in Form von Videos drehen, Absagen akzeptieren, Termine kurzfristig managen...um nur einiges zu nennen. Ich bin ganz erleichtert, dass Sie mich darauf ansprechen. Ich bin sehr ehrgeizig und motiviert, das zu bekommen, was ich will. Was dazu führt, dass es mir oft gelingt, meine Träume selbst zu erfüllen. Mein nächster Traum ist ein Auftritt in Florida. Dem stehe ich seit letzter Woche sehr zuversichtlich gegenüber. Auch auf eine plattdeutsche Rolle im Gladigauer Dorftheater freue ich mich sehr!

Bleibt da noch Zeit für die Arbeit als Diplomsozialpädagogin?

Eine Teilzeitstelle in der Sozialarbeit ist umsetzbar, um Schauspiel und Kunst nicht zu kurz kommen zu lassen.

Wie kommt Ihre „Umtriebigkeit“ bei Ihrer Familie und Freunden an?

Ich habe den Eindruck, dass es bei Menschen, die mich mögen, ganz gut ankommt. Manchmal bekomme ich Nachrichten, dass ich grad im Fernsehen gesehen wurde. Oder ich sage Bescheid, dass sie heute den Fernseher anmachen können, weil ich zu sehen bin. Ich wurde aber auch schon gefragt, wann ich denn wieder was „Richtiges“ mache. Genau DAS ist grad das Richtige für mich!

Sie sind viel in der Welt unterwegs, waren gerade in Florida. Ist da in Ihrem Herzen noch ein Eckchen frei für Ihren Heimatort Packebusch?

Schön, dass Sie fragen. Ja, es ist in meinem Herzen ein Eckchen frei für Packebusch. Ich fühle mich dort willkommen und sehr wohl. Wenn ich mich dort ankündige kocht meine Oma die weltbeste Hochzeitssuppe und ich verbringe Zeit mit meinen Eltern und Großeltern. Das mache ich gerne. Sie sind dann immer ganz gespannt, was ich Neues zu erzählen habe und ich erzähle dann gefühlt die ganze Zeit, bis ich Kopfschmerzen bekomme.