Salzwedel l Schon seit einiger Zeit tragen sich Jannik Brunke und weitere junge Leute mit dem Gedanken, den Protest gegen die Klimapolitik in Deutschland und weltweit aktiv mitzugestalten. „Klimaschutz ist jetzt wichtiger denn je. Mich beschäftigt das Thema, wie andere Jugendliche auch“, sagt der 18-Jährige, der in die 13. Klasse der Jeetzschule geht und sich auf sein Abi vorbereitet. Wichtig sei, die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft immer wieder mit den Folgen des Klimawandels zu konfrontieren. Mit der Demonstration am Freitag wollen die Schüler zeigen, „dass es auch in ländlichen Regionen viele Jugendliche gibt, denen die Zukunft ihres Planten wichtig ist“, erklärt er.

Gemeinsam mit sechs Mädchen von der Jeetzeschule und vom Jahngymnasium, begann er eine Demonstration in Salzwedel zu planen. Wobei es im Organisationsteam keine Hierarchie gebe. „Ich bin nicht der Chef oder so“, sagt Jannik. Er sei vielmehr begeistert, auf welchen fruchtbaren Boden die Idee gestoßen sei. „Es war ein dynamischer Prozess, der ziemlich schnell ins Rollen gekommen ist“, berichtet er.

Organisation über das Netz

Die sieben Initiatoren nutzen die sozialen Netzwerke, um weitere Mitstreiter zu finden. Per Watsapp (Kurzmitteilungsdienst) verbreiteten sie die Nachricht. Schon bald hatten sie 70 Schüler erreicht, die sich engagieren. Und noch viele weitere wollen sich beteiligen. Die Organisatoren rechnen mit mehreren 100 Teilnehmern, auch aus den umliegenden Regionen. „Ich finde es beeindruckend, wie wir als junge Generation aktiv sind und unseren Standpunkt klarstellen“, sagt der 18-Jährige. Und das in nur anderthalb Wochen Vorbereitungszeit.

Die Organisation läuft ausschließlich über die Schüler. Der Ablauf wurde geklärt. Zunächst wird es eine Kundgebung auf dem Rathausturm-platz geben. Dabei haben die jungen Leute geklärt, wie sie ihren Protest gestalten, wer in einer Rede etwas sagen wird, welche Sprüche gerufen werden sollen. Besonders toll fand es Jannik, wie viele Schüler bereit waren, Transparente und Schilder zu gestalten. Vom Rathausturmplatz geht es über die Neuperver Straße, Schillerstraße, Ernst-Thälmann-Straße, Große Pagenberg- und Wallstraße zurück zum Rathausturmplatz, wo nochmals zum Thema Klimaschutz gesprochen werden soll. Anschließend gibt es eine gesponserte vegane Suppe für die Teilnehmer.

Alles allein organisiert

Wichtig ist den Schülern klarzumachen, dass es ihnen nicht etwa ums Schuleschwänzen geht. „Wir streiken, um die größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen“, betont er. Wenn die Demos außerhalb der Schulzeit stattfinden würden, würden sie weit weniger wahrgenommen und hätten längst nicht solche Wellen geschlagen und für Diskussionen gesorgt, ist sich Jannik sicher.

Unterstützt werden die Schüler von Cathleen Hoffmann als Privatperson, die die Demo und die Route bei den Behörden und der Polizei angemeldet hat. „Ansonsten haben wir alles allein gemacht“, erklärt Jannik und räumt mit einem Gerücht auf, das in der Stadt kursiert. Demnach habe das Autonome Zentrum (AZ) Kim Hubert zu der Demo aufgerufen. Das stimme in keiner Weise. Dessen Akteure hätten den Protestaufruf lediglich auf ihrer Facebook-Seite geteilt. „Die Antifa Salzwedel hat damit nichts zu tun“, betont er.