Salzwedel l Das neue Schuljahr steht bevor und noch immer laufen die Arbeiten an der Lessing-Grundschule in Salzwedel auf Hochtouren. „Das wird auch noch einige Wochen so bleiben“, bestätigt die Leiterin des städtischen Liegenschaftsamtes, Hella Jesper.

Schon vor der Sommerpause hatten die Arbeiten an der Heizungsanlage begonnen. Hella Jesper ist voller Lob für die Lehrer der Lessing-Grundschule: Diese hätten klaglos alle Störungen ihres Unterrichtes über sich ergehen lassen. Nur so sei es möglich geworden, dass auch mit der Sanierung der Trinkwasser-Leitungen, die eigentlich für den Januar kommenden Jahres vorgesehen war, vor dem eigentlichen Zeitplan begonnen werden konnte. Um der Verbreitung von Legionellen vorzubeugen, hätten sämtliche Trinkwasser-Leitungen des Gebäudes ausgetauscht werde müssen.

Neue Wasserleitungen gegen Legionellen

Die Bakterien können die sogenannte Legionärskrankeit verbreiten. Diese ist mit einer Lungenentzündung verbunden und kann, wenn sie nicht behandelt wird, einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen.

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Seit Beginn der Ferien laufe auch das Anbringen einer zeitgemäßen Wärmedämmung der Außenwände. Gleichzeitig würden Fenster ausgetauscht und einen funkferngesteuerte Sonnenschutzanlage installiert.

Verschiedene Vorschriften für Fenster

Was beim Überlesen einfach klingt, war in der Planung mit einer Menge Arbeit und Überlegungen verbunden, sagt Jesper. Öffentliche Bauten unterlägen einer Vielzahl von Vorschriften – neben den Unwägbarkeiten, die der Ausbruch des Coronavirus für die Planer mit sich gebracht hatte.

Als Beispiel nennt Jesper die Vorgaben zur Lärm-Dämmung der Fenster: Schulzimmer die sich zur viel befahrenen Ernst-Thälmann-Straße hin öffnen, müssten einer anderen Lärmschutz-Klasse genügen, als dies bei den Räumen der Fall sei, die in Richtung von Aula und Schulhof ausgerichtet seien. Allein die Fenster schlügen, rechnet Jesper, mit rund 480 000 Euro zu Buche. Weitere 98 000 Euro seien für die Sonnenschutzanlage geplant. Diese erlaube es den Lehrern, den Licht- und Wärmeeinfall der einzelnen Fenster per Knopfdruck zu regeln.

Übergangslösung im Mehrgenerationenhaus

Für das kommende Jahr sei es geplant, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Südgibel der Schule zu installieren. Diese werde dann ihren Beitrag dazu leisten, einen Teil des Stromverbrauchs der Schule im eigenen Hause zu decken. Die genauen Kosten und Leistungsdaten der Anlage stünden bislang nicht fest. Die Verwaltung sei eben damit beschäftigt, eine entsprechende Ausschreibung vorzubereiten. Insgesamt stünden rund 1,3 Millionen Euro aus Fördermitteln für die Sanierung der Schule zur Verfügung. Hinzu kämen 150 000 Euro für einen Fahrstuhl, der künftig an der Nordgibel-Seite des Gebäudes dafür sorgen werde, dass alle Etagen der Schule auch für Rollstuhlfahrer erreichbar sein werden. Auch dieser Anbau sei für das kommende Jahr geplant, wenn der Unterricht für die Kinder aller zwölf Klassen der Lessing-Grundschule in das Salzwedeler Mehrgenetarationenhaus verlegt werden könne.

Nach dem Ende der Ferien werden dort zunächst die Kinder der Perver-Grundschule unterrichtet, die derzeit ebenfalls modernisiert werde. Wegen der umfassenden Erneuerung der Elektroinstallationen und der Verlegung von Datenleitungen in den Wänden sei der Schulbetrieb ab dem Ende der Sommerferien dort nicht möglich. Mit dem Abschluss der Modernisierung sollen die genannten Innenarbeiten, die mit einer Menge Lärm und Schmutz verbunden seien, an der Lessing-Schule beginnen. Der Abschluss des Gesamtprojektes an der Lessing-Grundschule sei im Juli 2021 vorgesehen. Die Rückkehr der Kinder an die Perver-Grundschule sei in rund drei Monaten geplant.