Salzwedel/Berlin l Am Ende haben Nuancen entschieden, welche Schule den ersten Platz bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises 2019 in Berlin abräumte. Gewonnen hat die Gebrüder-Grimm-Schule in Hamm. Die 280 Schüler betreuende Jeetzeschule gehörte zu den Kandidaten und landete unterm Strich unter den besten 15 Schulen der Republik. Um die Preisverleihung zu verfolgen, versammelten sich die Schüler der privaten Bildungseinrichtung in der Schulaula vor einer Leinwand. Schulleiterin Antje Pochte hingegen reiste mit einer Delegation aus Salzwedel nach Berlin.

Die Aula der Jeetzeschule war gerammelt voll. Schüler, Lehrkräfte, Sozialarbeiter, Vorstand, Sekretärin; keiner wollte die Preisverleihung verpassen, die bundesweit im Fernsehen live ausgestrahlt wurde. „Wir freuen uns und sind stolz, unter den besten 15 Schulen in Deutschland zu sein“, sagte Lutz Franke vom Vorstand der Schule während der Übertragung. Zudem sei man nun auch die beste Schule Sachsen-Anhalts, wie er betonte. „Das war nur möglich, weil alle mitgemacht haben“, sagte Franke: „ein Gemeinschaftsprojekt“. Künftig wird die Jeetzeschule auch anderen Schulen des Landes als Vorbild dienen. „Hier werden in den kommenden zwei Jahren Vertreter anderer Schulen hospitieren“, erklärte Lutz Franke. Wann und wie, werde von den Machern des Deutschen Schulpreises gesteuert.

Auf Augenhöhe

„Die Schüler werden bei uns auf Augenhöhe behandelt und nicht von oben herab“, erklärte der Schulsozialarbeiter Torsten Riethmüller. Auch deshalb sei eine Auszeichnung wie diese nur die logische Konsequenz. Besonders wichtig ist Riethmüller, dass Schüler nicht für Defizite denunziert, sondern ihre Stärken gezielt gefördert werden.

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Das schätzt auch der 18-jährige Schüler Michael Benecke. „Hier wird Rücksicht auf die individuellen Lernmethoden der Schüler genommen“, berichtete er aus seinem Schulalltag an der Jeetzeschule. Ebenso die Möglichkeit des Mitbestimmens.

Nuancen entscheiden

„Dass wir so weit gekommen sind, ist der Wahnsinn“, freute sich Sekretärin Beate Klaas. Sicherlich, etwas traurig sei sie schon, ein vorderer Platz hätte sie noch mehr gefreut. „Wir trösten uns damit, dass wir unter die besten 15 gekommen sind“, meinte Schulleiterin Antje Pochte. Die Jury hätte ihr gesagt, dass es nur um Nuancen ging. Alle Schulen könnten mächtig stolz sein. Die Veranstaltung samt Hotelaufenthalt hätten sie und ihre Schüler genossen, auch wenn die Jugendlichen etwas traurig sind. Doch dazu bestehe kein Grund, sagte Heike Herrmann, Schulleiterin der Lessing-Ganztagsschule. Lessing- und Jeetzeschule kooperieren in vielen Dingen, erklärte sie, daher sei sie zur Unterstützung mit nach Berlin gefahren. Hermanns Tochter macht an der Jeetzeschule ihr Abitur. Dafür habe sie damals Kritik einstecken müssen. Heute zeigt sich: Es war die richtige Entscheidung.