Salzwedel l Mit einer Projektwoche geht es an der Lessing-Grundschule in Salzwedel los. Während dieser Zeit bleiben die Kinder in ihren Klassenverbänden, berichtet Annekatrin Janko: „Wir sind da lieber vorsichtig“, sagt die kommissarische Schulleiterin.

Die derzeit geltende Vorschrift, während der ersten zwei Tage nach Schuljahresbeginn, eine Schutzmaske beim Betreten des Geländes und außerhalb der Klassenzimmer zu tragen, bewertet sie positiv. Die Projektwoche werde dazu beitragen, die Zeit zu überbrücken, bis sich die Aufregung der ersten Tage gelegt hat. Grundsätzlich plane das Kollegium der Lessing-Grundschule bis auf weiteres an den Verfahren festzuhalten, die sich auch während des Höhepunktes der Corona-Krise bewährt haben: Die Kinder werden das Schulgebäude zu unterschiedlichen Zeiten und auf verschiedenen Wegen betreten und verlassen. Es wird keine gemeinsamen Pausen geben und auf dem Schulhof gebe es für jede Klasse einen zugewiesenen Platz.

Lob für die Lehrer

Über das weitere Vorgehen werde sich das Kollegium am Ende der ersten Woche beraten. Janko: „Es gibt derzeit eine Menge zu tun.“ Das gelte auch für die Vorbereitung der Einschulungsfeier, die an der Lessing-Grundschule in dreifacher Auflage geplant ist. Immerhin gelte es 57 Kinder, verteilt auf drei Klassen, in die Schulgemeinschaft einzuführen. „Auch das werden wir gemeinsam schaffen“, lobt Annekatrin Janko ihr Kollegium. Die Eltern sind über das Internet von dem geplante Vorgehen informiert worden.

„Unsere ganze Schule wird eine sogenannte Kohorte (Gruppe von gemeinsam agierenden Personen) sein“: Das sagt Doritt Bock, Leiterin der Dr.-Georg-Schulze-Grundschule Diesdorf. Das bedeute, das ab Donnerstag der Regelbetrieb wieder normal anlaufe. „Wenn wir in kleineren Verbünden arbeiten würden, dann könnten wir die Stundentafel nicht abdecken“, begründet sie das Vorgehen in der Bildungsstätte, in der nach der Einschulung 121 Mädchen und Jungen unterrichtet werden.

Nicht ohne Masken

An den ersten beiden Schultagen nach den Sommerferien, am Donnerstag und Freitag, müssten Masken außerhalb der Klassenzimmer, auch auf dem Schulhof, getragen werden. Die Eltern sollten Masken mitgeben, bittet die Schulleiterin. „Per Stand heute wird es ab der nächsten Woche bei uns keine Maskenpflicht geben“, sagt Doritt Bock am Montagmittag. Die sieben Lehrer und die pädagogische Mitarbeiterin würden auf das Einhalten der Hygienevorschriften achten. „Wir sind mit Desinfektionsmitteln gut ausgestattet“, sagt sie.

Vor den Ferien sei immer ein Lehrer für eine Klasse verantwortlich gewesen. Ziel sei es gewesen, vor allem den Stoff in Mathematik und Deutsch sowie in der vierten Klasse auch in Englisch auf ein Niveau zu bringen, erinnert Doritt Bock. Darauf solle jetzt aufgebaut werden.

In der Pretzierer Grundschule werden mehrere Kohorten gebildet, berichtet Schulleiterin Sabine Just. Sie und ihre vier Kolleginnen überlegen noch, wie das Ganze gehandhabt werden kann. „Wir haben viel klassenübergreifenden Unterricht“, erklärt sie.

Eltern sollten draußen bleiben

Auch in Pretzier gilt an den ersten beiden Schultagen Maskenpflicht außerhalb des Unterrichts. Die Eltern sollen das Schulgelände nach Möglichkeit nicht betreten. Eine Auskunft über einen kürzlichen Urlaub in Risikogebieten ist erforderlich, genau wie ein sofortiges Melden jeglicher Erkältungssymptome bei den Kindern. „Wir werden die Eltern umfassend über alles informieren“, beruhigt sie.

Zusätzlich gelte es eine schöne Einschulungsfeier für die Erstklässler zu gestalten. Sie findet am Sonnabend um 9.30 und 11 Uhr in zwei Durchgängen in der Turnhalle statt. Auch dabei kommen Gäste und Schulanfänger beim Rein- und Rausgehen nicht um das Tragen von Masken herum.

Das Einbahnstraßen-Prinzip wird in der Arendseer Fontane-Schule umgesetzt. Die Flure werden somit praktisch zu „Einbahnwegen“. Dies gilt in der Gemeinschafts-, die ab Donnerstag zudem Ganztagsschule sein wird, ebenso für die Treppenaufgänge. Zwei gibt es, der eine darf nur nach oben und der andere ausschließlich nach unten benutzt werden. Direktor Thomas Schlicke und sein Kollegium setzen auch auf dem Schulhof auf Abstand. Den Klassen werden verschiedene Bereiche, in denen sich die Kinder und Jugendlichen aufhalten dürfen, zugeteilt. Da der Platz nicht reichen würde, wird zudem der angrenzende Sportplatz mit genutzt.

Keine Symptome

Im neuen Schuljahr werden so viele Fünft- bis Zehntklässler in Arendsee unterrichtet, wie schon lange nicht mehr. Es sind exakt 245. Sie alle müssen einen unterschriebenen Zettel vorlegen und damit erklären keine Corona-Symtome zu haben. Am Donnerstag und Freitag gilt strikte Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz muss mitgebracht werden, es gibt für Notfälle aber auch einige Exemplare in der Bildungsstätte. Im Unterricht selbst gilt keine Maskenpflicht. Somit auch nicht beim Sport. Da dieser Unterricht im September so gut wie immer draußen erfolgt sieht Thomas Schlicke darin keine Probleme. Es gehört aber auch eine Portion Eigenverantwortlichkeit dazu, alle Regeln einzuhalten. Die Aussage sie nicht zu kennen gilt nicht. Abstands- und Hygiene-Hinweise werden zum Beispiel im Flur am Eingang per Beamer an die Wand projiziert.

Die Erfahrungen der Zeit, in der ein geregelter Unterricht vor Ort nicht immer möglich war, wurden genutzt, um sich besser vorzubereiten. Ein Beispiel: Die jeweiligen Klassenlehrer wollen Listen mit den E-Mail-Adressen der Schüler erstellen. Über diesen Weg könnten dann Aufgaben an die Kinder- und Jugendlichen verschickt werden. Diese wiederum sind in der Lage zum Beispiel Fragen schriftlich ohne persönlichen Kontakt zu stellen, falls es zu einer Schulschließung kommen sollte. Erst einmal wird aber ab Donnerstag unter Berücksichtigung aller Einschränkungen direkt in Arendsee gelernt. Die nötigen Absprachen dafür gab es Montag während einer Dienstberatung. Lehrerin Katrin Kleemeier antwortete im Nachgang auf die Frage, wie sie den bevorstehenden Schulstart sehe, die Neugierde überwiegt, denn die Arendseerin übernimmt eine fünfte Klasse.

Erfahrungen gesammelt

Im Salzwedeler Jahngymnasium wird die Maskenpflicht, über die ersten beiden Schultage hinaus gelten. Darauf haben sich Schulleiter Ralf Hoppstock und das Kollegium verständigt, denn gerade im Altbau seien die Gänge so eng, dass der nötige Abstand nicht eingehalten werden könne. „Lieber Maske tragen, als einen neuen Lockdown riskieren“, fasst er pragmatisch zusammen. Er hofft, dass die Eltern das genauso sehen, es gehe ja darum, ihre Kinder zu schützen. Sie werden in einer Sitzung über die neuen Modalitäten informiert.

Er sieht seine Schule gut aufgestellt. „Wir haben ja schon Erfahrungen gesammelt“, betont er. Bereits im vergangenen Schuljahr hatte das Gymnasium für die Elftklässler, sofort als es wieder möglich war, Präsenzunterricht angeboten. Ziel war, dass bei den jetzigen Abiturienten keine Defizite entstehen und sie gut auf ihren Abschluss vorbereitet sind. Darüber seien die Schüler sehr froh gewesen. Sie hätten zudem bei den Corona-Regeln gut mitgemacht. Er hofft, dass sich diese positive Einstellung jetzt bei allen fortsetze, um den Reggelunterricht zu sichern.