Klimaschutz

Sonnenstrom zum Eigenverbrauch auf Dach der Altmarkkreis-Verwaltung in Salzwedel

Die Verwaltung des Altmarkkreises Salzwedel erzeugt und verbraucht den Strom, den sie benötigt, seit Mitte Juni teilweise selbst. Sie will dadurch neben CO2 auch Geld einsparen.

Von Beate Achilles
100 Quaratmeter Fotovoltaikmodule erzeugen seit Mitte Juni auf dem Dach der Kreisverwaltung in Salzwedel Strom. Der Altmarkkreis will damit die CO2-Emissionen aber auch die Energieausgaben der Landkreisverwaltung verringern.
100 Quaratmeter Fotovoltaikmodule erzeugen seit Mitte Juni auf dem Dach der Kreisverwaltung in Salzwedel Strom. Der Altmarkkreis will damit die CO2-Emissionen aber auch die Energieausgaben der Landkreisverwaltung verringern. Foto: Altmarkkreis Salzwedel

Salzwedel - Stolz präsentierte Landrat Michael Ziche (CDU) der Presse die neue Fotovoltaikanlage auf dem Kreishaus. Er freue sich darauf, in der Kreisverwaltung „irgendwann einmal“ CO2-neutral zu arbeiten, unterstrich der Landrat. Die gesetzliche Grundlage, mit Fotovoltaik Strom für den Eigenbedarf der Kreisverwaltung zu produzieren, existiere noch nicht lange. Deshalb habe der Altmarkkreis bislang Dachflächen für Fotovoltaik auf öffentlichen Gebäuden meist verpachtet. Doch nun verbrauche die Kreisverwaltung die auf ihrer Dachfläche erzeugte elektrische Energie sofort und zu 100 Prozent selbst.

Den Hinweis von Kreis-Kämmerin Josephine Kluge, die Finanzierung der Solaranlage aus Eigenmitteln des Landkreises sei möglich geworden, weil „im Haushalt 2021 erstmals Mittel für Klimaschutz eingeplant“ worden seien, beeilte sich Ziche zu korrigieren. „Wir investieren bereits seit zehn bis zwölf Jahren in Energiesparmaßnahmen in unseren Gebäuden“, so der Landrat. Bei Investitionen schaue der Kreis allerdings immer darauf, dass sie „rentierlich“ seien. Das sei hier der Fall, sagte Ziche. Bei Kosten von rund 41.500 Euro werde sich die Solaranlage in etwa 15 Jahren amortisiert haben und von da an noch weitere 15 Jahre Geld sparen.

Bis heute kein Klimaschutzkonzept

Ob der Landkreis sich aus ihrer Sicht ausreichend für den Klimaschutz engagiert, wollte die Volksstimme von der Kreistagsabgeordneten der Grünen, Cathleen Hoffmann, wissen. „In der ersten Version des Kreisentwicklungskonzepts, die der Kreis im April 2021 vorlegte, kam der Klimaschutz überhaupt nicht vor“, moniert die Kommunalpolitikerin. Hier sei zwar nachgebessert worden, nachdem unter anderem ihre Partei diesen Punkt bemängelt hätte. Fakt sei jedoch, dass der Altmarkkreis bis heute kein Klimaschutzkonzept und damit keine Strategie für diese Aufgabe habe. „Es wird mal hier und mal da etwas gemacht“, meint Cathleen Hoffmann, „aber ohne klare Linie. Wichtig wäre aus ihrer Sicht, auf Kreisebene einen Klimaschutzmanager einzustellen.

„Zudem könnte der Landkreis sich vornehmen, bis 2030 klimaneutral zu sein“, ergänzt sie. Jetzt enthalte das Kreisentwicklungskonzept mit „so schnell wie möglich“ eine dehnbare Formulierung. Am Montag soll der Kreistag das Konzept, das für die nächsten zehn Jahre die Richtung vorgibt, beschließen.