Arendsee l Ein langes Signal kündete gestern von der in wenigen Minuten folgenden Sprengung auf dem Waldheimgelände am Arendsee. Nach einer Pause folgten zwei weitere kurze Signale. Und ein heftiger Knall, fast ein Beben des Bodens, begleitete dann das Fallen des 20 Meter hohen Schornsteins des alten Heizhauses. Dann war seine Geschichte endgültig besiegelt.

Zwei Kilogramm Dynamit

Dank der angebrachten 18 Bohrungen mit einer Dynamitladung von insgesamt zwei Kilogramm war der Turm fast in einem Stück zu Boden gegangen. Er war einst in einer Betonfertigteilbauweise mit Steckverbindungen und Stahl-elementen errichtet worden. Seit 1993 war er wie das ganze Hotel nicht mehr in Betrieb.

Drei Sprengmeister waren für die Aktion verantwortlich: Dagino Bahr und Thomas Hoffmann von Magic Fire aus Uslar im niedersächsischen Landkreis Northeim und ihr Chef-Kollege Karl-Heinz Düring. Er hat die größte Erfahrung mit Sprengungen von Schornsteinen: Der gestrige war sein 581. Exemplar.

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Die Sprengung verfolgten Investor Matthias Pawlas, Abrissunternehmenschef Steffen Cossbau, Arendsees Bürgermeister Norman Klebe und die Presse. Alle mussten aus Sicherheitsgründen hinter den Zaun und in gebührende Entfernung. Es war extra eine großzügige Absperrung erfolgt, die von sieben Sicherungsposten kontrolliert wurde.

Anschließend, nachdem auch die drei kurzen Entwarnungssignale verklungen waren, begutachteten alle den gefallenen Turm, der als letztes „Wahrzeichen“ des Waldheims noch gestanden hatte.

Zu hoch für Abriss

Der Turm konnte nicht wie alle anderen Anlagen des 1928 als sogenanntes Stahlhelmheim errichteten Hotels abgerissen werden, weil er zu hoch war. Nun muss er auseinandergebaut und die Einzelteile müssen entsorgt werden.

Weitere letzte Abrissarbeiten sind an Schwimmbad und Küchentrakt sowie der unterirdischen Kegelbahn nötig. Das soll im Laufe des Monats April erledigt sein.

Wann mit dem Neubau des geplanten Waldheim-Resorts begonnen werden kann, hängt von der Baugenehmigung ab. Hotelanlagen, Eigentums- und Ferienwohnungen sind auf dem Areal vorgesehen.