Arendsee l „ Eine solche Drehleiter wünschen wir uns auch für Arendsee, doch dies wird wohl vorläufig noch nichts“, bedauerte Arendsees Bürgermeister Normann Klebe, als die DKA 23-12 (Drehleiter mit Korb - Automatik) der Salzwedeler Feuerwehr zu einer Übung vor dem Gerätehaus in Arendsee vorfuhr. Wie Stadtbrandmeister Hans-Joachim Hinze berichtete, sollen die Mitglieder der Arendseer Wehr im Rahmen ihrer Höhenausbildung einmal an einer solchen bis zu 28 Meter ausfahrbaren Leiter üben.

Dazu hatte sich der Stadtwehrleiter an seinen Salzwedeler Kollegen Mario Müller gewandt und um Amtshilfe auf „kurzem Wege“ gebeten. Natürlich erfüllten die Salzwedeler gern den Wunsch ihrer Arendseer Kollegen und so konnten diese das Anleitern, in Stellung bringen und den Eigenschutz bei Einsätzen auf der Leiter, die immerhin bei einer Korbentfernung von zwölf Metern noch eine Höhe von 23 Metern erreicht, einmal probieren. „Die Größe der Leiter ist für uns ideal, denn in der Stadt ist kein Wohnhaus höher und wir könnten zum Beispiel Brände sehr wirksam auch von oben löschen“, berichtete auch Arendsees Wehrleiter Robert Katke.

Praxisübungen wichtig

Doch alle Theorie ist nicht durch die Praxis zu ersetzen. Daher hatten die Arendseer Feuerwehrmänner vor, im Rahmen der Übungen auch gleichzeitig das alte Storchennest auf der Töbelmann-Halle in Ordnung zu bringen. Unter Leitung von Salzwedels Oberbrandmeister André Diessl wurde die Leiter mit Unterstützung der Arendseer Feuerwehrleute vor der Halle aufgebaut. Danach fuhr Steffen Klingbeil gemeinsam mit Ortswehrleiter Robert Katke zu einer ersten Begutachtung mit der Leiter zum Nest.

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„Das sieht schlimm aus, da kann ja sogar ein Maulwurf drin überleben“ berichteten sie dem Einsatzleiter. Kurze Zeit später begannen dann Marco Jacobs und Steffen Klingenberg damit, das große Nest von Unrat und Erde zu befreien. Dabei stellten sie fest, dass es in diesem Jahr noch einmal für einen Storch zum Brühten genutzt werden kann. Sie schlugen jedoch vor, im Herbst, wenn die Störche in Richtung Süden abgereist sind, den Unterbau umfassend zu erneuern, da dieser bereits etwas schief steht.

Das Nest mitten in der Stadt wurde im Jahre 1983 auf dem alten Schornstein der Töbelmann-Halle durch einen Storch erstmals errichtet und ist in einer spektakulären Aktion im November 1983 durch die Feuerwehr gesichert und mit einem stählernen Unterbau versehen worden. Der Storch erschien am 2. Mai 1983 und zog drei Junge auf. In den Jahren danach bis zum Jahr 2008 brüteten jedes Jahr die Störche in dem Nest. 2007 konnten sie ein Junges aufziehen und im Jahr 2008 waren es sogar wieder drei. Jetzt hoffen viele Arendseer, dass die Adebare das Nest in der Stadt wieder annehmen und darin auch brühten.

Erwartet werden die Störche im Raum Arendsee bereits in den nächsten Tagen, die Storchenzeit ist wieder ran. So auch in Schrampe, wo Familie Röhl „ihren“ Storch immer bis zum 1. April einfliegen sieht. Wie sie berichteten, sind es zumeist die Männchen, die dann das Nest für die Ankunft der weiblichen Störche vorbereiten.