Henningen/Salzwedel l Auf die Einwohner in Henningen kommen eventuell noch in diesem Jahr, vielleicht auch erst 2021, Einschränkungen durch eine Großbaustelle in der Ortslage zu. Und das Bauprojekt „Sanierung der Ortsdurchfahrt (L 6)“ wird ein Gemeinschaftswerk. Zahlreiche Institutionen sind daran beteiligt.

Weil in Henningen Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen aufeinander treffen, sind nach Angaben von Martyna Hartwich – die Bauamtsleiterin war am Donnerstagabend im Ortschaftsrat zu Gast – die Landesstraßenbaubehörde (LSBB), der Altmarkkreis und die Hansestadt Salzwedel beteiligt. Versorger wie die Avacon oder die Telekom sollen ebenso angesprochen werden, damit die Straße in Henningen nicht mehrfach aufgerissen werden muss.

Trennung von Schmutz- und Regenwasser

Den größten Brocken muss allerdings der Verband Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Salzwedel (VKWA) schlucken. Dessen technischer Leiter, Mathias Düster, beziffert auf Anfrage der Volksstimme den Kostenrahmen für diverse Sanierungsmaßnahmen in Henningen auf 2,25 Millionen Euro. Düster erläutert, dass in der Kanalisation Schmutz- und Regenwasser getrennt werden müssen. Außerdem sollen weitere bauliche Mängel beseitigt werden. Der technische Leiter betont, dass bei dieser Größenordnung Fördermittel beantragt werden sollen. Er sieht einen Baustart erst 2021. Aber auch nur, wenn alle Beteiligten, die sogenannten Straßenbaulastträger, die Gemeinschaftsmaßnahme zusagen, der Bau in den Wirtschaftsplan des VKWA aufgenommen wird und Fördermittel bereitgestellt werden.

Zuversichtlicher äußerte sich Bauamtsleiterin Martyna Hartwich während der Sitzung des Ortschaftsrates. Einen genauen Starttermin wollte sie zwar auch nicht nennen, aber die Maßnahme „wird angeschoben“, berichtete sie von anstehenden Gesprächen mit allen Beteiligten. Hartwich erklärte, dass es Planungen in dieser Hinsicht schon seit etwa zehn Jahren gebe. „Wir haben einen desolaten Mischwasserkanal“, meinte sie zudem. An der Landesstraße in Henningen sind tatsächlich bereits Unterspülungen festzustellen.

Städtischer Anteil: 210.000 Euro

Und weil die Stadt für die Erschließung der Nebenanlagen (Gehwege, Entwässerung) mit etwa 210.000 Euro mit im Boot ist – „die erste grobe Annahme“, erklärte Hartwich – müssen auch die Anwohner mit Beiträgen rechnen. „Das sind in diesem Fall Erschließungsbeiträge. Die kann das Land nicht abschaffen“, dämpfte Martyna Hartwich direkt die Erwartungen einiger Anwohner, die die Ortschaftsratssitzung interessiert verfolgten.

„Wann kann man denn mit genaueren Kosten rechnen?“, wollte Ortsbürgermeister Andy Walter wissen, was auf den einzelnen Anwohner zukomme. Die Bauamtsleiterin wollte dazu noch keine Angaben machen. Genaueres könne erst nach der Planung genannt werden, verwies sie auf die anstehenden Arbeitsgespräche.

Bereits klar sei, dass nur unter Vollsperrung gebaut werden könne, berichtete Hartwich.