Pretzier l Das Interesse in Pretzier war riesig, als Unternehmensberater Wolfgang Gröll im Dezember im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus das mögliche Konzept für einen Dorfgemeinschaftsladen in dem Salzwedeler Ortsteil vorstellte. Damals lief bereits eine Umfrage für eine Machbarkeitsstudie, die ausloten sollte, was sich die Pretzierer genau wünschen und inwieweit sie bereit sind, sich bei dem Projekt selbst einzubringen. Seit 2016 gibt es in dem rund 1000-Einwohner-Ort vor den Toren Salzwedels keinen Konsum mehr.

15 Interessenten

„Etwa 15 Leute haben sich bei der Versammlung und später noch telefonisch gemeldet“, nannte Ortsbürgermeister Herbert Schulze am 3. Februar während der Ortschaftsratssitzung die Zahl derer, die sich an der Umsetzung des Dorfladen-Vorhabens beteiligen möchten. Die Ortschaftsräte sowie die Gruppe dieser interessierten Anwohner sind nun am Donnerstag, 13. Februar, um 19 Uhr wieder ins Dorfgemeinschaftshaus des Ortes eingeladen. Dort will Wolfgang Gröll, von der beauftragten New Way Betriebs- und Wirtschaftsberatung, die konkreten Ergebnisse der Anwohnerbefragung vorstellen, teilte Herbert Schulze den anwesenden Ortschaftsräten mit.

Für den Ortschef ist damit klar, dass das Projekt in Pretzier die nächste Stufe erreicht habe, die sich konkreter mit der möglichen Umsetzung befassen kann. Ob dann weitere Fördermittel vom Land fließen, die Machbarkeitsstudie wurde mit 18.000 Euro aus dem Modellprogramm „DorfGemeinschaftsladen“ unterstützt, konnte Schulze noch nicht genau sagen. Er sei aber optimistisch. „Da ist was im Rollen“, meinte Schulze.

Unter den Ortschaftsräten wollte während der anschließenden Diskussion noch nicht allzu viel Hoffnung aufkommen. „Ich warne vor zu großen Illusionen“, meinte zum Beispiel Frank Pieper. Er mahnte an, bei dem Projekt „realistisch“ zu bleiben.

Auch Dr. Heiko Rodewohl waren die Aussagen des Unternehmensberaters während der Sitzung im Dezember „etwas zu großspurig“. Ihm schien die genannte Zahl von sechs Mitarbeitern in einem neuen Geschäft zu hoch. Auch die anvisierten Öffnungszeiten, teilweise von morgens bis abends, sah Rodewohl skeptisch.

Standortfrage

Frank Pieper sagte zudem, dass es nun auch um einen Standort für den möglichen neuen Laden gehen müsse. Er bezweifelte, dass es ohne Hauptstraße und ohne den dortigen Durchgangsverkehr gehe. Das Ratsmitglied war in der Zwischenzeit auch schon von zwei Gewerbetreibenden aus dem Ort angesprochen worden, berichtete er. „Ihr werdet uns doch nicht das Geschäft kaputt machen“, hätten diese sinngemäß zu ihm gesagt. Auch darauf sollte die weitere Planung eine Auge haben.

Weiter informierte Herbert Schulze während der Ortschaftsratssitzung, dass Pretzier in diesem Jahr wieder Bewerbungsunterlagen für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ einreichen werde. „Wir sollten wieder teilnehmen“, meinte der Ortschef und erntete keine gegenteilige Meinung aus der Runde der Ortschaftsräte.