Salzwedel l „Früher habe ich geradezu darauf gewartet, dass sich der Pieper meldet.“ Berufserfahrung sorgt auch für Gelassenheit, so dass Marcel Krüger in der Küche des DRK Kreisverbandes in Salzwedel entspannt über seinen Job als Notfallsanitäter erzählt.

Der gebürtige Osterburger war als Zeitsoldat an der Ostsee stationiert und dort bereits im Sanitätsdienst tätig. Vor zwei Jahren qualifizierte er sich zum Notfallsanitäter weiter.

Wieder zurück

Nach der Bundeswehrzeit wollte er zurück in die Altmark, zurück zu Familie und Freunden. In Stendal sei zum damaligen Zeitpunkt keine Ausbildung möglich gewesen. „Hier in Salzwedel war was frei, da habe ich gleich zugeschlagen.“

„Rettungssanitäter absolvieren nur eine kurze Ausbildung, habe keine medizinische Qualifikation und dürfen auch keine ärztlichen Maßnahmen ergreifen.“ Notfallsanitäter dagegen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen, wenn kein Notarzt vor Ort ist, auch Medikamente oder Infusionen verabreichen.

Toller Job

„Notfallsanitäter ist ein toller Job. Es ist keine Büroarbeit, jeder Tag ist anders, man hat mit Menschen zu tun“, schwärmt Marcel Krüger. Auch wenn man es immer wieder mit den gleichen Verletzungen zu tun habe, die Situation sei doch immer wieder anders. Im Laufe der Berufsjahre entwickele man auch eine professionelle Einstellung, die vor allem dann wichtig ist, wenn dem Patienten nicht mehr geholfen werden kann. „Ich sage mir dann, dass ich alles gegeben habe, dass es dem Patienten besser geht. Wenn nicht, dann waren die Umstände eben nicht so.“

Zunehmend wählen die Menschen die Notrufnummer 112, so die Erfahrung von Marcel Krüger. „Es ist ja auch einfach, weil eben jeder ein Handy hat. Und der Laie kann auch schwer einschätzen, ob es sich bei der Verletzung oder der Krankheit wirklich um eine gefährliche Angelegenheit handelt.“

Gewichtsprobleme

Den Trend, dass die zu behandelnden Patienten immer schwerer werden, beobachten auch Marcel Krüger und seine Kollegen. „Die Hersteller haben die Ausrüstung schon dahingehend angepasst, dass man mit den Tragen mehr Gewicht transportieren kann.“ Mitunter müsse auch die Besatzung eines zweiten Rettungswagens oder in schwierigen Fällen die Feuerwehr angefordert werden. Das Problem der schwergewichtigen Patienten beginne bereits bei Mittzwanzigern, bei Männern ebenso wie bei Frauen. Auch um dieser Herausforderung seines Berufs gewachsen zu sein, gehört Sport zu den Freizeitaktivitäten von Marcel Krüger. Deeskalationstraining sei ebenso wichtig, denn vor allem die verbalen Angriffe auf Rettungskräfte nehmen zu.

Die Frage nach spektakulären Einsätzen beantwortet der 41-Jährige schmunzelnd mit der Gegenfrage, ob es jetzt um Geburten im Rettungswagen gehe. Zwei Mal war er - bislang - bei einem solchen besonderen Ereignis dabei.

Die schönen Momente seines Jobs sind die, wenn sich Patienten für die Hilfe bedanken. „Man verlangt das nicht, aber ist es toll, ein Feedback zu bekommen, dass man gute Arbeit geleistet hat.