Film

Teilnehmer aus mehreren Ländern: Drehtstart beim Arendseer Jugendfilmcamp ist geglückt

Weiterhin mit Einschränkungen und trotzdem voller Optimismus: Die Erfolgsgeschichte Jugendfilmcamp Arendsee kann fortgeschrieben werden. Und zwar mit Engagement sowie Ideen.

Von Christian Ziems 04.07.2021, 03:00
Vor den Dreharbeiten sind jede Menge Absprachen sowie Proben nötig, damit alles wie gewünscht umgesetzt werden kann.
Vor den Dreharbeiten sind jede Menge Absprachen sowie Proben nötig, damit alles wie gewünscht umgesetzt werden kann. Foto: Christian Ziems

Arendsee - „Mal schauen, ob es einigermaßen aufgeräumt ist. Ja, sieht gut aus“, meinte Norman Schenk mit einem Schmunzeln, bevor er für ein Foto eines der neuen Zelte zeigte. Der Initiator und Leiter des Jugendfilmcamps hat sich mit seinen Mitstreitern einiges einfallen lassen, um Wohlgefühl sowie die nötigen Vorkehrungen mit Hygienekonzept während der Pandemie in Einklang zu bringen. Ein Beispiel sind neue Unterkünfte.

In einem Pavillon werden Böden aus Holz geschaffen. Darüber kommen dann weitere kleinere Zelte. Ergebnis: Ein großes Zelt mit einem Mittelgang und mehreren abgegrenzten Bereichen zum Schlafen. „Der Regen der vergangenen Tage war gar nicht schlecht. So konnten wir gleich testen, ob die Unterkünfte auch dann noch bequem sind“, kann Norman Schenk schlechtem Wetter etwas Gutes abgewinnen. Für die Dreharbeiten unterstützen zudem Einheimische und stellen größere Gebäude wie gewohnt zur Verfügung.

Die Zelte haben die Bewährungsprobe ebenfalls bestanden. Die ersten Teilnehmer der Saison 2021 stürzen sich in ihr Abenteuer. Innerhalb einer Woche wird aus einer Idee ein Drehbuch und schließlich ein fertiger Kurzfilm. An diesem Konzept wird festgehalten. Die nächsten Wochen geht es so weiter. 12- bis 15-Jährige nutzen das Starter- und ab 16-Jährige das Classiccamp. Um die Abstände einhalten zu können, ist die maximale Teilnehmerzahl auf jeweils 60 Kinder und Jugendliche beschränkt.

Weite Anreise aus Mauretanien

Etliche Plätze sind insbesondere während der Ferienzeit bereits vergeben. Die Auslastung beträgt derzeit 90 Prozent, sonst waren um die 85 Prozent üblich. Das Interesse am Arendseer Jugendfilmcamp ist ungebrochen und macht nicht an den Grenzen der Bundesrepublik Deutschland Halt. Aus Österreich, der Schweiz sowie anderen Ländern kommen ebenfalls Kinder sowie Jugendliche. Die weiteste Anreise wird nach jetzigem Stand in dieser Saison ein Teilnehmer aus Mauretanien (Afrika) haben. Die Entfernung von der Hauptstadt des Landes (Nouakchott) bis nach Arendsee beträgt über 5000 Kilometer. Damit es sich für den jungen Mann lohnt, bleibt er gleich drei Wochen im Luftkurort.

Bereits vor den nun laufenden Durchgängen gab es noch eine Medien-Klassenfahrt. Die Jeetze-Schule aus Salzwedel nutzte dieses neue Angebot. Es wurde im vergangenen Jahr erstmals getestet. Innerhalb weniger Tage wird eine komplette Sendung gestaltet. Die Medien-Klassenfahrten werden außerhalb des Campsommers forciert und bilden einen weiteren Schritt auf dem Weg zum großen Ziel: dem ganzjährigen Betrieb auf dem Areal an der Lindenstraße am Ortsausgang nach Ziemendorf.

An Bauplänen wird gearbeitet

Für das Grundstück gibt es bekanntlich Baupläne. Mit neuen Gebäuden sollen die Filmideen zwölf Monate im Jahr gedeihen. Parallel zum Camp-sommer wird weiter an den vorbereitenden Details gearbeitet. Neuer Stand: Ein Bereich zwischen der Einfahrt Lindenstraße und dem Integrationsdorfes soll mitgenutzt werden. Eine positive Konsequenz dadurch: Es müssen dann insgesamt weniger Bäume weichen, um die Pläne umzusetzen. Der vorhandene öffentliche Durchgang für Spaziergänger und Radfahrer bleibt, wie er jetzt ist, auch künftig bestehen.