Salzwedel l Der Beschluss des Tierschutzvereins Salzwedel, das Tierheim in Hoyersburg nicht bis zum 2. Dezember zu räumen, sei nicht einstimmig gefallen. Darauf wies Kassenprüfer Wolfram Ringleb hin. Die Forderung der Stadt sei als letzter Tagesordnungspunkt in der fünften Stunde der Mitgliederversammlung behandelt worden, nachdem bereits die Hälfte der Mitglieder unter anderem wegen einer Raumtemperatur von zehn Grad Celsius gegangen waren. Er hatte sich dafür ausgesprochen, der städtischen Forderung nachzukommen. „Es ist nicht richtig, die Rückgabe des Objektes von einem Werteausgleich abhängig zu machen. Das ist Erpressung“, betonte er. Die Vorsitzende Antje Gebert habe das Schreiben der Stadt zur Räumung des Grundstückes lediglich erläutert. Ein Vorstandsmitglied habe es erst nach seiner Aufforderung zum großen Teil vorgelesen, da es nicht nur an den Vorstand, sondern alle Mitglieder gerichtet gewesen sei.

Absetzen der Vorsitzenden

Im Vorfeld der Sitzung hätten zehn Mitglieder schriftlich eingefordert, die Vereinsvorsitzende ab- und den Verein aufzulösen, schilderte Wolfram Ringleb. Nicht alle konnten aus Termingründen an der Versammlung teilnehmen, um ihre Argumente dort vorzutragen. Sie begründeten ihre Forderung zuvor damit, dass Antje Gebert das Vertrauen vieler Mitglieder verloren hätte, weil sie wichtige Entscheidungen ohne Einbeziehung der Vereinsmitglieder getroffen habe. Es seien falsche Personal-entscheidungen getroffen und Mitarbeiter eingestellt worden, obwohl zu diesem Zeitpunkt der Nutzungsvertrag durch die Stadt bereits gekündigt gewesen sei. „Das Desaster hätte vermieden werden können, wenn die Vorsitzende ordentlich mit den Behörden gesprochen und die Mitglieder beteiligt hätte“, gab Wolfram Ringleb die Meinung der Antragsteller wieder. Die Anträge seien jedoch nicht behandelt worden, da sie nicht auf der Tagesordnung enthalten waren, verwies er auf die Aussage der Vorsitzenden. „Es stimmt auch nicht, dass der Vorstand alle Vorwürfe entkräftet hat. Es gibt weiterhin unterschiedliche Standpunkte“, fügte er hinzu.

Wolfram Ringleb, einer der Kassenprüfer des Tierschutzvereins, erklärte zudem, dass die Vorstände für die vergangenen vier Jahre nicht entlastet worden seien. „Große Teile des Vereins stehen nicht hinter dem Vorstand“, berichtete er.

Hansestadt schweigt

Die Hansestadt Salzwedel um Bürgermeisterin Sabine Blümel hüllt sich zum Umgang mit dem Tierschutzverein und den Aufschub zur Räumung des Hoyersburger Areals in Schweigen. Es handele sich um einen laufenden Prozess, heißt es dazu aus dem Rathaus. Ende Oktober hatte Stadtsprecher Andreas Köhler auf Anfrage mitgeteilt, dass die finanzielle Forderung des Tierschutzvereins in Höhe von 190.000 Euro hinsichtlich geschaffener Werte bekannt ist, im Hinblick auf die rechtliche Grundlage sowie die Höhe jedoch nicht nachvollziehbar sei.