Arendsee l Mehrfach wurden vernachlässigte touristische Punkte öffentlich gemacht, jetzt scheint Bewegung in die Problemfelder zu kommen. Was die Sagentafel über die Arendseer Nonnen angeht, die im 30-jährigen Krieg durch eine List vor Unheil bewahrt wurden, so ist derzeit im Rathaus ein Text in Arbeit. Dieser soll an die vorgesehene Stelle kommen. Damit wäre die Holzkonstruktion wieder vollständig. Betrachter sehen bislang nur ein Bild von der Nonnen-Sage. Wem alle Hintergründe unbekannt sind, der geht ratlos weiter. Dies hat auch Stadtrat Uwe Hundt jüngst während einer Fahrradtour mit seinem Großneffen festgestellt.

Text für die Sagen-Tafel

Er sprach diesen und weitere Bereiche im Bauausschuss an und bezog sich auf Artikel in der Volksstimme. Jasmin Scheffler vom Bauamt hat sich dahintergeklemmt und will den Text wieder anbringen. Allerdings müsste auch das Bild etwas aufgefrischt beziehungsweise nachgemalt werden. Wer sich dies zutraut und ehrenamtlich tätig sein möchte kann bei der Stadtverwaltung unter der Telefonnummer 039384/97 60 Bescheid geben.

Was die leeren Metallgerüste an Ortseingängen, an denen sich einst blaue Schilder mit Infos zu Tourismus-Einrichtungen befanden, angeht, stellte Bürgermeister Norman Klebe eine Idee vor. Diese Konstruktionen könnten mit Tafeln versehen werden, die auf den Yoga-Pfad, der gerade entsteht, verweisen. Und zwar mit einer Karte von zehn Stationen. Der Versuch, einheimische Unternehmen zu gewinnen, die sich beim Bestücken der Tafeln nach altem Muster beteiligen, sei bislang auf keine große Resonanz gestoßen. Diese Erklärung gab es im Nachgang der Sitzung. Die alten Schilder wurden abgebaut, da sie teilweise keine Aktualität mehr besaßen. Darum kommen nun Yoga-Hinweise dorthin.

Mehr Informationen zum Fontane-Stein

Beim Punkt Fontane-Stein am Weg von der Amtsfreiheit hinunter zur Badestelle Kaskade meldete sich Stadtrat Uwe Walter zu Wort. Die Idee von Uwe Hundt, mit einem Schild auf den Besuch Theodor Fontanes in Arendsee noch mehr als bisher aufmerksam zu machen, könnte von der Fontane-Schule aufgegriffen werden. Hintergrund: Der Förderverein Kloster Arendsee, dessen Vorsitzender Uwe Walter ist, arbeitet künftig eng mit der Ganztagsschule zusammen. Es gilt, gemeinsame Projekte umzusetzen. Eines davon könnte solch eine Tafel mit Informationen sein.

Bei weiteren touristischen Stolperstellen scheint ein Agieren schwieriger. Das Problem beim Wasserfall an der Kaskade, der derzeit wegen des geringen Arendsee-Wasserstandes außer Betrieb ist, beschränkt sich nicht nur auf das Verlängern des Rohres. Der bürokratische Aufwand dafür sei hoch, wie Jasmin Scheffler erläuterte. Denn es müsse eine wasserrechtliche Genehmigung eingeholt werden. Und dies nehme viel Verwaltungskraft in Anspruch. Stadtratsvorsitzender Frank Rossau sieht darin keine unüberwindbare Hürde. Es müsse ein Antrag gestellt werden und dann gebe es eine Genehmigung oder nicht. Stadträtin Vilja Hanke befasst sich derzeit mit Blick auf ihren privaten Steg mit diesem Prozedere. So aufwendig wie zunächst von ihr gedacht, sei dies keinesfalls. Die Stadtverwaltung will nun einen Versuch starten.

Wassertretstelle steht im Trockenen

Eine Genehmigung wäre auch nötig, um die Wassertretstelle an der „Bleiche“ zu versetzen. Die Konstruktion steht seit Jahren im Trockenen. Skepsis gab es beim Vorschlag von Uwe Hundt, eine Wasserfläche im Strandbad als neuen Standort zu wählen. Die Konstruktion wurde einst mit der Maßgabe errichtet, immer öffentlich zugänglich zu sein. Dies wäre durch den Saisonbetrieb im Bad nicht gewährleistet.

Ähnlich kompliziert scheint das Thema kommunale Steganlage unterhalb des einstigen Klosters zu sein. Diese befand sich früher am Schramper Eck und war schon dort anfällig für Wind und Wellen. Das Problem setzt sich am neuen Standort fort. Die Seitenteile sind abgebaut, eines davon liegt auf der Grünfläche des Uferbereiches. Dies könne so nicht bleiben, argumentierte Uwe Hundt. Jasmin Scheffler berichtete von mehreren Versuchen der Stadt, diese Konstruktion wieder komplett und wetterfest aufzubauen. Eine erfolgsbringende Lösung liegt offenbar in weiter Ferne.