Beetzendorf l Dass es in der Region Beetzendorf einen eigenen Tourismusverein gibt, ist der Initiative von Privatleuten und Gewerbetreibenden zu verdanken, die sich 1994 zusammenschlossen. Ihre Idee: durch verschiedene Aktionen auf die Vorzüge der Region aufmerksam zu machen und diese touristisch zu vermarkten.

Aus den anfangs 24 sind inzwischen 33 Mitglieder geworden, die in den fast 25 Jahren des Bestehens des Vereins einiges auf die Beine gestellt haben. Prospekte wurden erstellt, Wander- und Fahrradtouren durch die nähere und weitere Umgebung organisiert. Und auch die Wiederentdeckung der Jeetze für den Bootstourismus kann sich der Verein auf seine Fahnen schreiben.

Touristisches Erlebnis

Seit 15 Jahren werden Kanutouren auf dem Fluss organisiert, die regelmäßig ausgebucht sind. „Wir wollen zeigen, dass die Altmark mehr zu bieten hat als nur grüne Wiese. Vom Wasser aus gibt es einen ganz anderen Blick auf die Landschaft“, erzählt Vereinsvize Peter Witte. Wer die Veranstaltungen des Tourismusvereins besucht, kann dabei auch immer seinen kulturell-geschichtlichen Bildungshorizont erweitern. Ob bei den Touren am „grünen Band“ entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze oder dem Besuch alter Wassermühlen mit ihrer historischen Technik - touristisches Erlebnis, Geselligkeit und Wissensvermittlung werden stets miteinander verbunden.

Über viele Jahre war der Verein auch auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin vertreten und warb dort für die Region. Dabei sind sich Vereinschef Rainer Klinzmann und seine Mitsteiter einig: Touristenmassen werden sich auch künftig nicht in die verträumte altmärkische Landschaft verirren. „Wir haben uns eher den sanften Tourismus auf die Fahnen geschrieben und wollen um Wanderer und Radfahrer als Tagestouristen werben“, berichtet Peter Witte. Für die habe die Region neben jeder Menge Natur auch einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten, etwa die alten Dorfkirchen, Großsteingräber und Fachwerkbauten.

Kanus zum Ausleihen

Der Fokus richtet sich aber auch auf die Einheimischen. „Wir wollen die Bürger auf die Schönheiten der Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung aufmerksam machen und zeigen, dass es nicht immer Mallorca sein muss“, erklärt Peter Witte. Viele Attraktionen, die zu Fuß oder per Rad erreichbar sind, seien den meisten Leuten gar nicht bekannt. „Etwa die Wassertretstelle bei Schwiesau, die kennen viele gar nicht“, gibt der Beetzendorfer ein Beispiel.

Die Tourismusfreunde schaffen aber auch neue Anziehungspunkte. So haben sie zwei vereinseigene Kanus angeschafft, die für Touren auf den altmärkischen Wasserwegen oder zum Parkfest auf dem Beetzendorfer Langen Teich ausgeliehen werden können. Und rund um Beetzendorf haben sie vor einigen Jahren den acht Kilometer langen Jeetze-Rundweg eingerichtet.

Anlaufstelle erwünscht

Auch im 25. Jahr seines Bestehens gehen dem Tourismusverein die Ideen nicht aus. In Arbeit ist etwa ein Kalender mit alten und neuen Ansichten aus Beetzendorf und Umgebung.

Ein großer Wunsch bleibt allerdings weiter unerfüllt: eine Anlaufstelle für Tourismus-Interessenten, die in der Verwaltung der Verbandsgemeinde angesiedelt ist. „In der Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf hatten wir das damals, das hat die Arbeit enorm erleichtert“, findet Peter Witte. Tourismusförderung sei eine kommunale Aufgabe, die derzeit aber ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis erfüllt werde.

Weitere Informationen gibt es unter Telefon 039000/412 oder 039000/9577.