15 Jahre Hospizverein Salzwedel

Der Hospizverein Salzwedel wurde am 4. Februar 2003 gegründet und hat aktuell 54 Mitglieder.

Der 15. Geburtstag wird am Welthospiztag, 13. Oktober, unter dem Motto „Voll das Leben“ gefeiert.

Anlässlich des 15. Geburtstages des Hopizvereins gibt die Band Spanish Mode am Sonnabend, 13. Oktober, ein Konzert im Kunsthaus. Beginn ist um 19 Uhr. Eintrittskarten sind im Volksstimme-Servicecenter Salzwedel, im Büro des Hospizvereins (donnerstags von 15 bis 18 Uhr) im Ärztehaus, Karl-Marx-Straße 30, und im Kunsthaus erhältlich

Salzwedel l Manchmal kommt der Tod plötzlich und unerwartet. Oder eine lange und schwere Krankheit lässt Menschen ahnen, dass das Ende eines Angehörigen nicht mehr fern ist. Wenn dann die unzähligen Formalitäten rund um die Beisetzung beendet sind, bleiben Verlust, plötzliche Leere, mitunter nicht einmal jemand zum Reden.

„Der Bedarf von Angehörigen, die eine Verlusterfahrung gemacht haben und plötzlich allein im Leben stehen, gab mir den Impuls, mich dem Thema zu widmen“, erzählte Gabriele Tunger, Vorstandsmitglied des Salzwedeler Hopizvereins, über die Idee, eine Trauergruppe ins Leben zu rufen. Das sei bei einem so traurigen und schweren Thema schon eine große Herausforderung gewesen. „Aber mir hat die Vorstellung, selber in eine solche Situation zu geraten und dann ist ein Mensch da, der mir zuhört, ohne zu bewerten und mir dadurch eine Stütze ist, Mut gemacht“, so Gabriele Tunger weiter

Grundsätze

Zuhören. Keine Ratschläge geben. Einfach da sein, wenn jemand Hilfe benötigt. Jeder Trauernde ist einzigartig mit seinem Verlust und darf seiner Trauer den Raum geben, den er benötigt. Diese Grundsätze machen die Arbeit in der Trauergruppe aus.

„Die Trauerbegleitung kann jeder Mensch mit Verlusterfahrung in Anspruch nehmen“, sagt Gabriele Tunger. Dabei spiele es keine Rolle, ob der nahe stehende Mensch gerade eben oder schon vor längerer Zeit verstorben ist.

Das Thema Tod

Jedoch ersetze die Arbeit der Trauerbegleiter nicht die Arbeit von Psychologen oder Psychotherapeuten, betont Gabriele Tunger. Sollte die Trauer so schwer wiegen, dass die Betroffenen ihren Alltag nicht mehr bewältigen können und die Trauer das Leben bestimme, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

In der Trauergruppe sollen die Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, vor allem die Möglichkeit erhalten, sich mit Betroffenen in gleichen Lebenssituationen auszutauschen. „Sie erfahren, dass ihre Wahrnehmung und Befindlichkeit etwas völlig Normales ist“, erläutert Gabriele Tunger. Oft verändern sich Menschen und ihre Umwelt nach einem Trauerfall. Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen ziehen sich aus Unsicherheit und Angst vor dem Thema Tod zurück. „Oft erfahren Trauernde auch Ablehnung oder Unverständnis. Sie hören dann Floskeln wie „Ach, das wird schon wieder‘ oder ,Nun ist es doch auch mal wieder gut‘. So etwas möchte in einer schweren Zeit niemand hören“, weiß Gabriele Tunger.

Zuspruch

Vielmehr benötigen Menschen, die einen nahen Angehörigen verloren haben, Zuspruch, Ermutigung und vor allem Rituale. Letztere seien wichtig, um im eigenen Leben wieder Strukturen zu festigen, nachdem es durch den Verlust aus den Fugen geraten ist.

Auf die Frage, wie lange Menschen die Hilfe durch die Trauergruppe in Anspruch nehmen, gibt es keine eindeutige Antwort. „Manch einer benötigt nicht allzuviel Zeit, um sich in seinem neuen Leben zurecht zu finden. Bei anderen Menschen wiederum kann es unter Umständen ein paar Jahre dauern, bis der Tod und die Trauer verarbeitet sind“, so Gabriele Tunger.

Die Trauergruppe des Hospizvereins trifft sich immer am letzten Mittwoch im Monat im Büro des Salzwedeler Hospizvereins im Ärztehaus. Beginn ist um 17 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Mehr Infos hier.